Das "Ganggrab" (oder der "Glasofen") bei Salsquelle / Südfrankreich
Übersicht
1. Einleitung
2. Das Glas wurde nicht von Menschen erfunden! (?)
3. Mineralogische Untersuchung an einem archäologischen Glasfundstück
4. Untersuchung der Verglasung eines “Megalith-Grabes” aus Südfrankreich (Kurzfassung)
5. E-Mail von Udo Vits
6. Untersuchungen eines „Megalith-Grabes“ aus Südfrankreich
1. Einleitung
Bei einer Arbeit über die verschiedenen Arten von Brennöfen der Vergangenheit stieß ich auf einen Artikel von Udo Vits in Magazin 2000plus (Nr. 217, Dez. 2005; Das Salz von Rennes-le-Chateau). Hierin äußerte er die Vermutung, dass ein sog. “Ganggrab” wohl eher ein Ofen für die Herstellung von Glas gewesen sein dürfte.
Das Besondere an diesem “Ganggrab” war, dass es eine von innen verglaste Kuppel aufwies. Nachdem die Kuppel genauer in Augenschein genommen werden konnte, ergab sich, dass sie durch einen “Rost” unterteilt war, den man zuerst für die Deckenkonstruktion gehalten hatte.
Foto und Skizze von W. Betz© 
Auffällig war allerdings, dass in der Nähe der gesamten Anlage keinerlei Brennmaterialreste (Holzkohle, Holzreste, Asche usw.) gefunden wurden und auch keine Vorrichtung zur Beschickung mit Material (z.B. Erz) sowie für die Entnahme von fertigen Produkten (z.B. Glas oder Metall) vorhanden war. Ebenso waren keinerlei Brandspuren (z.B. Ruß) im Inneren der Kuppel auszumachen gewesen. Auffällig auch, dass der etwa 3 m lange, auf die “Brennkammer” zuführende Gang zu dieser hin ursprünglich mit einer Wand verschlossen war. Erst ab ca. 2005 hätte man durch ein immer größer werdendes Loch Einblick nehmen können (U. Vits).
Dies und die nachfolgenden Untersuchungen ließen uns in der Folge immer mehr an einem “Ofen” zweifeln.
Ein glücklicher Zufall wollte es, dass Werner Betz, Forscher, Autor und Herausgeber der Ancient Mail uns von einer Reise zu diesem Artefakt eine Skizze, mehrere Fotos und letztendlich auch eine “verglaste” Gesteinsprobe zur Verfügung stellen konnte.
Diese Probe wurde mineralogisch mit Hilfe eines Rasterelektronenmikroskopes (REM) untersucht und von einem befreundeten Chemiker analysiert und interpretiert. Dabei wurde eine ältere Untersuchung eines ehemaligen NASA-Mitarbeiters berücksichtigt, nach dessen Analyse eine Glasprobe auf ein Alter von 6.000 Jahren veranschlagt worden war. Laut U. Vits sollen in der Zwischenzeit zwei weitere Analysen - nach inoffiziellen Zwischenberichten - dieses Alter bestätigt haben (E-Mail vom 15.11.2009).
Das Alter von 6.000 Jahren und die von uns durchgeführten Untersuchungen ergaben ein sensationelles (und unglaubliches) Ergebnis.
Blick von oben auf den "Rost"

Bilder: Udo Vits
Blick nach oben durch den "Rost"
2. Das Glas wurde nicht von Menschen erfunden!
“Experimentelle Archäologie“ entlarvt einen Schwindel
Ancient Mail Nr. 21, 2004
Glas ist - neben Eisen und Stahl - ein Material, welches wie kaum ein anderes unsere Kultur und Zivilisation beeinflußt hat. Es ist nicht unbedingt lebensnotwendig, aber es hat viel zur Annehmlichkeit und Bequemlichkeit unserer Gesellschaft beigetragen.
Nach vorherrschender Meinung der “seriösen Wissenschaft“ ist das Glas seit Urzeiten den Menschen bekannt und wurde bereits von Menschen mit “Steinzeit-Kultur“ durch Zufall oder systematisches Probieren gefunden und immer weiter entwickelt. Immerhin war Glas bereits den Ägyptern vor etwa 5000 Jahren bekannt, und da assyrische Keilschrifttexte zur Glasherstellung gefunden wurden, ist anzunehmen, daß auch die Sumerer das Glas kannten. Kaum ein Mensch würde heute diese gesicherten Erkenntnisse in Frage stellen, warum auch?
Glas ist, wie auch Eisen und Stahl, kein Naturprodukt; beide kommen in der Natur praktisch nicht vor. Zwar gibt es einzelne Vorkommen von Meteoriteneisen (es wird von einem riesigen Eisenmeteoriten in der Westsahara berichtet, den seit Jahrhunderten Schmiede der Umgebung als Rohstoffquelle für hervorragende Messer und Dolche benutzen, aber das sind Ausnahmen!) Ebenso gibt es keine natürlichen Glasvorkommen, wieder mit Ausnahme einiger kleiner Funde, die wahrscheinlich auch meteoritischen Ursprungs sind (sogenannte “Moldavite“ aus Böhmen, heute Tschechien).
Die bisher gültige Meinung war, daß die Erfindung des Glases vor tausenden von Jahren ganz zufällig erfolgte und nicht allzuviel technische Vorkenntnisse erforderte. Man stellte sich vor, daß einige Menschen an der Küste am Strand ein großes Lagerfeuer entzündet hatten und ein wißbegieriger Mensch am nächsten Morgen in der Asche des Feuers ein paar Glasperlen fand. Die weitere Entwicklung erfolgte dann ziemlich systematisch und die Glasherstellung war erfunden!
Glücklicherweise kamen in unserer Zeit ein paar Leute auf die Idee, diese - zunächst recht plausible Geschichte - experimentell zu überprüfen (man nennt das heute “experimentelle Archäologie“). Mit nieder-schmetterndem Ergebnis! Man variierte die Bedingungen immer wieder, es wurde niemals auch nur die kleinste Glasperle in der Asche gefunden!
Für einen Chemiker, der sich mit der Glasherstellung ein wenig auskennt, ist das keine große Überraschung. Im Gegenteil, es wäre mehr als unwahrscheinlich, wenn sich in der Asche eines Lagerfeuers Glas bilden würde. Dazu muß man sich allerdings ein wenig im Detail mit den Voraussetzungen der Glasherstellung befassen. Hier steckt wirklich der Teufel im Detail.
Es fängt schon mit den einzelnen Bestandteilen an, die man zur Glasherstellung benötigt: es sind dies Quarzsand, Kalk und Pflanzen- oder Holzasche. Zwar sind dies alles Materialien, die schon der Steinzeitmensch zur Verfügung hatte, aber es kommt nicht nur auf die Stoffe an, sondern auch auf die Art und Weise, wie diese Stoffe vorlagen (zum Beispiel die Reinheit, grobes oder feinteiliges Material) und dann natürlich die Mengenverhältnisse der Stoffe untereinander. Gerade die richtigen Mengenverhältnisse sind beim Glas äußerst wichtig.
Während unser Steinzeitmensch also die benötigten Mengen Sand und Pflanzenasche ohne größeren Probleme gut miteinander vermischen kann, gibt es mit dem Kalk schon mehr Probleme. Unterstellen wir einmal, er weiß schon, was Kalkstein ist und wieviel er davon nehmen muß, so ist es für ihn nicht ganz einfach, die harten Kalksteinbrocken zu Pulver zu zerkleinern und zu dem Sand-Asche-Gemisch hinzuzufügen. Aber schließlich hat er auch das geschafft. Nun macht er also ein großes Feuer. Als es so richtig schön brennt, streut er die Glas-Mischung in die Glut und hofft, daß er zumindest ein paar Glasperlen bekommt. Aber das Pulver rieselt zum größten Teil auf den Boden und denkt gar nicht daran, zu Glas zusammenzuschmelzen. Das einzige was er schließlich findet, ist eine unansehnliche Schlacke, mit der nicht viel anzufangen ist. - Es ist also nach diesem Ergebnis mehr als unwahrscheinlich, daß die “gängige“ Annahme der Archäologen über den Ursprung der Glasherstellung der Wahrheit entspricht.
Dies wird noch klarer, wenn wir uns überlegen, welche Voraussetzungen erfüllt sein mußten, wenn man im “grauer Vorzeit“ Glas von einigermaßen annehmbarer Qualität herstellen wollte. Dazu muß man wissen, was man in heutiger Zeit über die Technik der Glasherstellung weiß. Wenn auch die Römer schon Gläser und Fläschchen von erstaunlicher Qualität herstellen konnten, so wurde die Technik der Glasherstellung der Neuzeit erst in jüngster Zeit vervollkommnet (ab dem 17. Jahrhundert wurden in größerem Umfang Glasscheiben für Fenster hergestellt).
Wie schon erwähnt, sind die Rohstoffe für die Glasherstellung in der Natur vorhanden und leicht verfügbar; problematisch ist höchstens, die nötige Reinheit der Ausgangsprodukte zu gewährleisten. Statt Holzasche kann auch Soda verwendet werden (gab es früher als Naturprodukt am Ufer mancher Seen am Rande der Wüste). Wichtig ist vor allem, daß alle Stoffe sehr fein gepulvert sein müssen und sehr gut miteinander vermengt (der Fachmann sagt, die Mischung muß homogen sein).
Dann kommt die Frage, wie man den Glühprozeß durchführt. Ein Holzfeuer erreicht selbst unter optimalen Bedingungen (trockenes Holz) kaum mehr als 1000°C. Hinzu kommt, daß die Hitze nur nach oben steigt, das zu glühende Produkt sich also oberhalb des Feuers befinden muß (auch deshalb ist eine zufällige Entdeckung des Glases in der Asche eines Lagerfeuers unwahrscheinlich). Außerdem muß man nach Möglichkeit eine Verunreinigung der pulvrigen Glasmischung mit dem brennenden Holz möglichst vermeiden.
Das wohl größte Problem ist aber das Erreichen der für den Glühprozeß notwendigen Hitze. Die gut 1000°C des Holzfeuers reichen dazu keinesfalls aus, es sind vielmehr gut 1200°C erforderlich, und das über einen Zeitraum von etwa 15-20 Stunden! Diese “Höllenglut“ kann man nur mit zwei besonderen Voraussetzungen erreichen. Erst einmal benötigt man einen besonders energiereichen Brennstoff: die Holzkohle. Zweitens, man muß dem Feuer deutlich mehr Sauerstoff zuführen, als es “von alleine“ erhält; dies erreicht man mit einem Blasebalg. Die Erfindung des Blasebalgs ist zwar auch aus sehr früher Zeit überliefert, erfordert aber schon ein reiches technisches Wissen.
Hat man nun genügend Holzkohle zur Verfügung und auch einen Blasebalg, braucht man schließlich einen geeigneten Ofen, denn mit einem offenen Feuer kann man die Glasmischung selbst mit Kohle und Blasebalg nicht schmelzen. Der benötigte Ofen muß eine bestimmte Form haben (eine Mindesthöhe, damit ein Abzug der Brenngase ermöglicht wird, und er muß aus einem Material bestehen, welches extrem hohe Temperaturen aushält). Luftgetrocknete Lehmziegel reichen dafür keinesfalls aus, es müssen schon hartgebrannte Ziegel sein oder gebrochene Natursteine mit sehr stabilem Mörtel zusammengefügt. Dann muß der Ofen eine untere Brennkammer für die Feuerung und eine obere davon getrennte Schmelzkammer mit Abflußrinne für das Produkt haben.
Wie man sieht, ist das alles nicht “mal eben“ zu improvisieren, sondern eine Art “high tech“ der Steinzeit. Ein für mich sehr interessanter Nebenaspekt: In dem gleichen Ofen kann man nicht nur Glas schmelzen, sondern auch Eisen herstellen. Meiner Meinung nach erfordert auch die Eisenherstellung so viel “know-how“, daß das Wissen nicht zufällig, oder durch “Herumprobieren“ entstanden sein kann, sondern einen “Anstoß von außen“ erhielt, von wem oder wann auch immer. Aufschlußreich ist dann auch für mich die Tatsache, daß fast alle alten Kulturen berichten, daß sie die Kenntnisse für Metallherstellung, handwerkliche Fähigkeiten usw., von “den Göttern“ erhielten. Wir wollen hier nicht die Frage erörtern, wo dann letztendlich “die Götter“ ihre Kenntnisse her hatten. Es dürfte aber dennoch interessant sein, festzustellen, daß gewisse Erfindungen (wie die Herstellung des Glases und des metallischen Eisens aus Eisenerz) unmöglich auf dem Weg erfolgt sind, wie die derzeitige wissenschaftliche Lehrmeinung uns weis machen will.
3. Mineralogische Untersuchung einem archäologischen Glasfundstück.
Inhalt:
a) Präparation und Durchführung Bericht - Blatt - 1
b) Untersuchungsbericht, Fazit der mineralogischen Untersuchung Bericht - Blatt - 1
c) Persönliches Fazit Bericht - Blatt - 1 bis 2
d) Untersuchung REM — 6490 LV Bericht - Blatt - 1 bis 8
e) Untersuchung EDS Bericht - Blatt - 1 bis 27
f) Mikroskopiebericht Bericht - Blatt - 1 bis 5
a) Technische Durchführung der Anschliffpräparation und Untersuchung
Die mineralogische Untersuchung beinhaltet die Anfertigung eines mineralogischen Anschliffes über den gesamten Querschnitt zwecks Auflichtmikroskopie, d.h. Trennen, Einbetten in Araldit (ein 2- Komponenten-Kunstharz), Paralellschleifen und anschließende stufenweise Politur bis auf < 0,3p Tonerdeemulsion. Sämtliche Arbeitsschritte wurden unter Ausschluss von wasserhaltigen Trenn- Schleif und Poliermittel, durchgeführt um evtl. hygroskopische Reaktionen des Probemateriales zu vermeiden.
Nach beendeter Auflichtmikroskopie wurde die Probe unter Vakuum mit Gold bedampft, um Aufladungen bei der anschließenden Untersuchung im Rasterelektronenmikroskop ( REM ) und den folgenden EDS - Analysen zu vermeiden.
Alle zur Verfügung stehenden Gerätschaften wurden unter industrieller Normalbereitschaft benutzt, d.h. im Verhältnis zur Untersuchung ausreichend.
Die EDS - Analysen wurden unter Berücksichtigung der Oxyde durchgeführt, was zur Folge hat, dass die Angabe von CO2 (Gas) anders zu interpretieren ist, d.h. der vorhandener Kohlenstoff tritt in Form von Carbonaten (CO3) auf.
b) Fazit der mineralogischen Untersuchung:
Die zur Verfügung gestellte Probe besteht aus natürlichen Mineralien, die die nötigen Parameter für eine Glasbildung darstellen (Chemie, Temperatur und Zeit). Die Verglasung fand teilweise nicht vollständig und nicht gleichmäßig statt.
Der Hauptbestandteil besteht aus Si02, die Nebenbestandteile aus Na, Fe, Al, C, Ca, usw. .
Der stellenweise leicht erhöhte Anteil an Fe bewirkt im Glas u. U. eine grünliche Färbung.
Die teilweise ungleichmäßigen Analysen entstehen durch Umwelteinflüsse und den so genannten "Lumpensammlereffekt", d.h. aus der Umgebung des Fundortes angesammelte Stoffe (Dreck, Atmosphäre usw.) die mit der Probe reagiert haben.
Zur Verglasung natürlicher Mineralien (Si02 und anderer Bestandteile) wird normalerweise eine hohe Schmelztemperatur (ca. 1500°C) benötigt Die Reaktion kann aber unter spez. Umständen, wie mineralogischer Gehalt, Chemie, salzhaltige Atmosphäre und längere Reaktionszeiten auch schon weit unterhalb von 1000°C stattfinden.
Das vorgefundene Gefüge der untersuchten Probe lässt letztere Möglichkeit als wahrscheinlich zu.
c) Persönliches Fazit :
Da es sich in aller Wahrscheinlichkeit um megalitische Örtlichkeiten in Frankreich handelt (weltweit die ältesten circa 4700 Jahre v. Christus) und die örtliche Atmosphäre durch sich in der Umgebung befindliche Solequellen salzhaltig sein kann, besteht die Möglichkeit, dass sich an den Oberflächen Si02, Lehm, Dreck, Putz ,Salze in unterschiedlichen Stärken und Gehalten (siehe Tropfsteine, Belegung usw.) also glasbildende Mineralien angesetzt oder gebildet haben.
Glasbildende Faktoren sind Zusammensetzung (z.B. salzhaltige Atmosphäre, mineralogischer Gehalt), Zeit und Temperatur.
Diese Faktoren sind gegenseitig bis zu einem bestimmten Punkt fließend veränderbar. (Beispiel sind die bekannten Mehrstoffdiagramme in der Mineralogie, die im Gegensatz zu Metallurgischen Zweistoffdiagrammen eine enorme Variationsmöglichkeit von Reaktionen erkennen lassen.)
Die fehlenden Faktoren sind also noch Zeit und Temperatur.
Zeit als Faktor ist reichlich vorhanden, rechnerisch 4700 v. Christ. plus Gegenwart ( entspricht grob 6700 Jahre ).
Das Thema Temperatur ist reine Spekulation:
z. B. lange, ungleichmäßige, Temperaturen ( Schwelbrand),
kurze ungleichmäßige Temperaturen ( Abfackeln ),
hohe, ungleichmäßige Temperaturen ( Kaminwirkung),
entsprechen den Möglichkeiten die man sich in der Umgebung des Fundortes durch das verbundene Höhlensystem vorstellen kann.
Sollten die Höhlen als Kult oder Lagerstätte mit Ansammlungen von brennbaren Materialien genutzt worden sein, wäre sowohl absichtlicher als auch unabsichtlicher Abbrand denkbar.
Durch im Laufe der Zeit abgesetzten Mineralien wie Si02 (Putz, Dreck) oder Anhaftungen durch vor Ort vorkommende Mineralien und salzhaltiger Atmosphäre ist natürliche Verglasung bei Temperatur weit unterhalb 1000°C möglich.
Evtl. Verbrennungsrückstände können durch Erosion im Laufe der Zeit nicht mehr zu erkennen sein. Ein veränderter Grundwasserspiegel oder Strömung und auch eine hohe Kondensation (Luftfeuchtig-keit) tragen dazu bei.
Offene Fragen zur Radiocarbonuntersuchung:
Welcher Kohlenstoff im Glas wurde untersucht ?
Hat die " NASA " die Glasphase, Kohlenstoffpartikel oder C- Gesamt untersucht?
Welche örtlichen Parameter, wie z. B. Atmosphäre waren vorherrschend, um die glasbildende Reaktion auszulösen?
Zusammenfassung:
Eine natürliche Verglasung ist unterhalb 1000°C möglich. Auf Grund des Probestückes und unter Einbeziehung der vorgegebenen Chronik ist ohne definierte Radiocarbonuntersuchung und der Darstellung exakter damaligen örtlicher Verhältnisse auch mit mineralogischer Untersuchung nur individuell eine Beurteilung möglich.
(Aufgrund der Menge der nun im Original vorhandenen Bilder und Grafiken stellen wir hier nur eine zufällige Auswahl ein. Den Fachmann bitten wir um Verständnis - der Laie wird’s danken!)
d) Untersuchung REM

Aufnahme : REM - 6490 LV
Vergrößerung : 50 X
Reaktionszone am Rand
Gasblasen (Reaktionen), Glasphasen und in Auflösung übergehende Quarzite oder Quarzanteile
Blatt : 2
Aufnahme : REM - 6490 LV
Vergrößerung : 95 X
Auflösende SiO2 Körner in der Glasphase, Poren (Reaktionen, Gasbildung), metall. Bestandteile (Fe, Ablagerungen oder Verunreinigungen ...), Spannungsrisse (thermomechanisch)
Blatt 8
e) Untersuchung EDS
Punkt: 1 CO2 16.41
Al2O3 0.31
SiO2 79.14
Total 100.00
Punkt: 2 CO2 16.24
Al2O3 0.32
SiO2 79.76
Fe2O3 0.84
Total 100.00
f) Mikroskopiebericht

makroskopische Übersicht

mikroskopische Übersicht
Bild 6: Übergang
Gasreaktionen (eingefroren)
(Läuterungsprozeß= Entgasung)
angeschmolzene Quarzkörner
Glasschmelze
Poren
4. Untersuchungen der Verglasung eines Megalith-Grabes aus Südfrankreich
Dr. rer. nat. W. Bockelmann
- Kurzfassung -
1. Die untersuchte Probe (ca. 5 cm2 Fläche, ca. 6 mm dick) besteht auf der Unterseite aus gesteinsähnlichem, dunkel gefärbten Material, auf der Oberseite aus klar durchsichtigem Glas, teilweise grünlich gefärbt. Beide Phasen gehen kontinuierlich ineinander über.
2. Die Lichtmikroskopische Untersuchung (ca. 5fache Vergrößerung) zeigte zahlreiche Mikro-Gasblasen in der Glasphase, der dunkle Anteil erschien feinkristallin.
3. Die chemische Analyse der Glasphase ergab eindeutig, daß es sich beim Glas nicht um ein konventionelles Glas handelt. Beweis dafür ist das völlige Fehlen des Elements Calcium und das fast völlige Fehlen des Elements Natrium (beides Hauptbestandteile des sogenannten ,,Fensterglases"), damit kommt ein neuzeitlicher Ursprung für das Glas nicht in Frage.
4. Weiter ergab die Analyse, daß das dunkle kristalline Material und die helle Glasphase eine sehr ähnliche Zusammensetzung haben (über 70% SiO2, als Nebenbestandteile K20 und Al203, etwas Eisen); die Unterschiede zwischen beiden Phasen ändern sich nahezu kontinuierlich.
5. Die Nebenbestandteile neben SiO2 sind charakteristisch für das Mineral Feldspat, einer der typischen Bestandteile des Granits. Der geringe Anteil der Nebenbestandteile und das Überwiegen des SiO2spricht allerdings eher für Sandstein als Basisgestein der Probe.
6. Die glasartige Beschaffenheit der Probe und die Analyse ergeben zwingend die Folgerung, daß die Probe einer sehr hohen Temperatur ausgesetzt sein muß (mindestens 2000°C, eher 2500°C), da Material dieser Zusammensetzung erst oberhalb 2000°C zu einem klaren Glas aufschmilzt.
7 Neben der hohen Temperatur beim Aufschmelzen ist eine extrem schnelle Abkühlung erforderlich (ca. 100°C/secoder mehr), da Material dieser Zusammensetzung bei hohen Temperaturen stark zur Rekristallisation neigt Glasartiges Material mit dieser Zusammensetzung ist in der Natur völlig unbekannt (Vulkanismus, Tiefengestein).
8. Vulkanisches Glas ist bekannt (Obsidian), aber dieses Material hat eine gänzlich andere Analyse (der SiO2-Gehalt ist niedriger, die Nebenbestandteile höher, dunkle Farbe durch Eisengehalt).
9. Der Eisengehalt der Probe ist recht ungleichmäßig verteilt, wie bei stark SiO2-haltigen Materialien auch zu erwarten. In den kompakten SiO2-Körnern ist neben 80-90% SiO2 ca. 1-2% Eisen vorhanden (als Fe2O3 gerechnet), in der Matrixphase der Randzone ca. 8-9% und in der klaren Glasphase ca. 3%. Daneben finden sich in den Spalten der Matrix sehr hell erscheinende Körner-Aggregate (hell = hohe Dichte, Körner etwa 5-µm Durchmesser), die ca. 60-70% Fe2O3 neben ca. 15-20% SiQ2 enthalten, wahrscheinlich Ausscheidungen von Fayalit (Fe2SiO4). Die in der Glasphase vorhandenen 3% Fe2O3 dürften homogen verteilt sein (grünliche Glasfärbung). Als Eisenquelle der Randzone (Matrix) kommt eisenhaltiger Glimmer (Mineral Chlorit) in Frage.
10. Eine bisher ungeklärte Frage ist der hohe Kohlenstoff-Gehalt der Probe (bis zu 8% in den SiO2 -Körnern der Randphase, ca. 1,5% in der klaren Glasphase). Das Vorhandensein von Carbonat in der Probe kann fast sicher ausgeschlossen werden, da die dafür typischen Kationen (MgO, CaO) fehlen und auch die Alkalianteile (Na, K) nicht dafür sprechen. Auf dem Elektronenmikroskopiebild der Elemente ist der Kohlenstoff auch - im Gegensatz zu allen anderen relevanten Elementen) praktisch ganz gleichmäßig verteilt, lediglich in den Schrumpfungsrissen scheint er konzentriert zu sein. Es ist nicht auszuschließen, daß der Kohlenstoff im Zusammenhang mit der Erzeugung der hohen Temperatur für die Glasbildung zu sehen ist; der Nachweis dafür ist jedoch schwierig.
Fazit: Die Untersuchung erbrachte den Nachweis, daß es sich bei einem Teil der Probe um ein Glas handelt welches mit Hilfe sehr hoher Temperatur (> 2000°C) auf dem felsigen Untergrund (wahrscheinlich Sandstein) erzeugt wurde Modernes Glas kann nach der Analyse mit großer Sicherheit ausgeschlossen werden; ebenso kommen natürliche Prozesse (Brand, Vulkanismus) für die Glasbildung mit Sicherheit nicht in Frage.
5. E-Mail von Udo Vits vom 15.11.2009
Diese E-Mail wird mit Genehmigung des Absenders hier eingestellt. Die kursiv geschriebenen Passagen sind Zitate aus dem Artikel "Das Salz von Rennes-le-Chateau", erschienen im Magazin 2000plus Nr. 217 (Dez. 2009)
Sehr geehrter Herr Greifzu,
***
Wie Sie sich denken können, war ich zunächst einmal überrascht wegen dieser Reaktion auf einen Artikel, den ich vor Jahren geschrieben habe. Und natürlich war ich angenehm überrascht. Schön zu wissen, daß die Geschichte nicht in Vergessenheit geraten ist, und daß sich andere Forscher weiterhin Gedanken darüber machen. Sehr interessant, was Sie da zu berichten haben. Vielleicht gelingt es uns ja nun tatsächlich, den Schleier um diesen „Glasofen“ wenigstens erst mal noch ein Stück weit zu lüften.
Die Resultate Ihrer REM-Analyse überraschen sogar mich. Bestätigen sie denn tatsächlich die Behauptungen von Jean de Rignies, hinsichtlich des Alters der Verglasungen? Das würde manche Dinge hier in einem anderen Licht erscheinen lassen.
Selbstverständlich unterstütze ich Sie bei Ihren weiteren Recherchen, so gut ich es vermag.
Meine Ausführungen in dem besagten Artikel möchte ich ergänzend kommentieren, um einige Ihrer Fragen zu beantworten.
Vorläufiges Inspektionsergebnis:
Bei der Glashöhle handelt es sich zuerst einmal nicht um einen natürlichen Hohlraum. Aber ganz offensichtlich auch nicht um einen Glasofen. Die ganze Anlage ist meiner Meinung nach nichts anderes als ein typisches Ganggrab. Ein kurzer Gang, etwa 4 m lang (ca. 1,70 m hoch), führt, nach innen abschüssig, in den Boden hinein. Die Wände bestehen aus Steinmauern, über die große Steinplatten dachziegelartig als Decke gelegt sind. Am inneren Ende des Ganges ein niedriger Durchlaß, zu dem hin die Gangdecke sich absenkt. Der Durchlaß ist ein Bogen aus gebrannten Lehmziegeln, so wie sie noch heute in einem solchen Gewölbeverbund verbaut werden. Tiefer kriechend gelangt man in den dahinter befindlichen runden Raum, von ca. 1,50 m Durchmesser. Der Boden ist verschüttet, bedeckt mit Steinen und herabgefallener Erde (Lehm). Die Wände bestehen aus Steinen, sind also Natursteinmauern. Auffällig erschien mir besonders die Deckenkonstruktion. Quer über den Innenraum spannen sich mehrere Lehmziegelbögen wie Deckenstürze, in etwa 20 cm Abstand zueinander. Auf diesen „Stürzen“ liegen dann wiederum Steinplatten. Über der gesamten Anlage erhob sich früher eine Kuppel aus Steinen. Diese Kuppeln sind größtenteils zerstört oder zerfallen, nur noch Reste vorhanden. In der Deckenkonstruktion sind offensichtlich auch Lehmziegel verbaut. Oder der lehmige Boden ist gebrannt worden, als in der Kammer hohe Temperaturen herrschten. Eine andere Erklärung für das Vorkommen geschmolzenen Glases in der Kammer, ist ja erst recht kaum denkbar.
Bei dieser Deckenkonstruktion handelt es sich definitiv um einen Zwischenrost, wie jetzt zu sehen ist. Damals, als ich den Artikel schrieb, hatte man lediglich Einblick in die unten liegende Brennkammer – wenn es denn überhaupt jemals eine Brennkammer gewesen sein sollte, was ich nach wie vor bezweifle. Darin stimme ich mit Ihnen überein. Ich möchte die Bezeichnung jedoch trotzdem vorerst beibehalten, damit das Ding einen Namen hat. In die darüber befindliche Kuppel hatte man damals noch keinen Einblick. Das ist erst seit etwa 2 Jahren möglich, nachdem in der Wand ein immer größer werdendes Loch entstand. Jetzt ist die innen vollständig verglaste Kuppel zum Gang hin offen. Traurige Folge davon: von der Verglasung sind jetzt nur noch sehr spärliche Reste vorhanden. Alles von Besuchern abgeschlagen.
Das gesamte Objekt ist inzwischen außen freigelegt worden, also nicht mehr unter Schutt und Erde verborgen, wie damals, als ich den Artikel verfaßte.
Denn die Verglasungen sind an vielen Stellen in der Kammer tatsächlich erhalten. Die größeren Glasreste sind Grünglas. Ein kuppelartiger Raum, über der Kammer ist in seinem Inneren noch komplett dicht verglast. Die dünneren Schichten scheinen eher aus farblosem Glas zu bestehen. Weder in der Kammer, noch davor, in dem Gang, finden sich die geringsten Brandspuren. Keinerlei Asche und keine Spur von Ruß und Schwärzung an Wänden und Decke.
Ich kann mir nicht erklären, wie das Glas in der Kammer geschmolzen sein soll, ohne daß Spuren von Feuer zu finden sind. Demnach müßte das Glas im Freien, außerhalb der Kammer geschmolzen worden und dann durch eine Öffnung in der Decke in die Kammer gelangt sein. Ob dem überhaupt eine Absicht zugrunde lag, ist ebenfalls nicht zu erkennen. Denkbar wäre eine Glasschmelze auf dem Dach der Kammer, in die dabei flüssiges Glas gelangt sein könnte. Aber die Decke über dem dicksten grünen Klumpen, ist absolut dicht und das Glas wäre auf seinem Weg durch meterdick aufeinander liegende Steine schon geronnen, bevor es in die Kammer gelangen konnte. Oder draußen geschmolzenes Glas ist extra in die Kammer gebracht und innen aufgetragen worden. Aus welchem Grund und zu welchem Zweck - das bleibt vorerst ein Rätsel.
Zwischenzeitlich habe ich eine mögliche Erklärung gefunden, die bis jetzt jedoch eine reine Spekulation geblieben ist. Die wäre allerdings widerlegt, wenn die Verglasungen tatsächlich ein paar tausend Jahre alt sein sollten. Es sei denn, das von mir ins Auge gefasste Szenario könnte sich in einen anderen Zusammenhang stellen lassen, womit wir wieder bei dem Rätsel der verglasten Festungen, den Druiden, mit ihren legendären Flammenlanzen, kurz bei dem Thema Hochtechnologien in der Bronzezeit ankämen. Also wiederum „nur“ Spekulation. Wenn, ja wenn nicht vielleicht doch mal ein echter Befund weiteren Aufschluss in der Richtung zuließe. Warum also nicht sogar an den „Glasöfen“ an der Salsquelle?
Jean de Rignies, der letzte Hüter der Salsquelle, hatte einen Freund, der bei der NASA arbeitete; und von diesem Freund soll ein Stück Glas aus der Kammer analysiert worden sein. Ergebnis der „NASA-Analyse“:
Das Glas ist älter als 6000 Jahre!
Sensationell - vorausgesetzt, so eine Analyse ist tatsächlich vorgenommen worden und hat dieses Ergebnis erbracht. Hier kann nur eine neuerliche Untersuchung Gewißheit bringen. Gegenwärtig sind zwei solcher Analysen in Arbeit. Nach den letzten, inoffiziellen, Zwischenberichten, sind die eingereichten Glasproben aus dem Ganggrab an der Sals mit großer Wahrscheinlichkeit tatsächlich etwa 6000 Jahre alt. Von daher erscheint es also noch unwahrscheinlicher, daß die in der Nähe gelegene mittelalterliche Glashütte im Wald einige abgelegene Glasöfen unterhalten haben soll.
Leider existieren keine schriftlichen Aufzeichnungen. Jean de Rignies hat nichts dergleichen hinterlassen. Es ging ihm bei seinen Untersuchungen ja weniger darum, etwas zu dokumentieren odg., auch nicht darum, irgend jemand irgend etwas zu beweisen. Außerdem sind die betreffenden Analysen natürlich nicht von der NASA durchgeführt worden, sondern inoffiziell, von einem ehemaligen Angestellten, der noch zu einem Labor Zugang hatte. So verhält es sich ebenfalls mit den Geländeuntersuchungen mithilfe eines Protonenmagnetometers, welches sich Jeans Freund ausleihen konnte. Und auch davon gibt es nichts Schriftliches.
Dennoch bin ich mit meinen diesbezüglichen Recherchen, seit dem vergangenen Jahr, ein Stück weiter gekommen. Mit einem Bekannten und einer Gruppe deutscher Geophysiker von der Universität Göttingen und deren Gerätepark, ist das Gelände bei den Glasöfen vermessen worden. Neben Georadar, Schlumberger, VLF, Seismik ua., ist dabei auch ein Protonenmagnetometer zum Einsatz gekommen. Im Oktober dieses Jahres haben wir das Gelände nochmals mit Geräten der allerneuesten Generation vermessen, welche die Uni Göttingen in diesem Jahr neu angeschafft hat. Alle Resultate zusammen machen mich aber immer noch nicht schlauer, als ich es zuvor schon gewesen bin. Entschieden zu vieldeutig. Die Ergebnisse lassen praktisch jede Interpretation zu; von Bestätigung der Angaben Jeans – das rätselhafte metallische Objekt existiert, über: zwei kleinere metallische Objekte, bis: absolut gar nichts. Dafür gibt es verschiedene objektive Gründe, die ich hier nicht erläutern kann, weil das einfach zu weit führen würde.
In der unmittelbaren Umgebung des Ganggrabes lassen sich die Reste von 6 weiteren Gräbern ausmachen. Eines davon ebenfalls schon geöffnet, doch noch nicht begehbar. Nachdem ich aus einem dieser anderen Gräber zunächst einmal soviel Erde, Schutt und Steine herausbefördert hatte, daß ich mich in die Kammer hineinschlängeln konnte, entdeckte ich im Inneren eben solche Verglasungen, wie in der Kammer zuvor.
Den Angaben Jean de Rignies zufolge, soll sich im Bereich der Grabstellen ein großes metallisches Objekt im Untergrund befinden. Länge etwa 50 m, an einem E nde spitz zulaufend, „wie ein Pfeil“, und etwa 10 m breit. Entdeckt, geortet und vermessen hat dieses Objekt in den 80er Jahren ein befreundeter Radiästhesist. Jean, ein sehr besonnener Mensch und außerordentlich fähiger Ingenieur, der niemals leichtfertig haltlose Vermutungen ausstreute, ging bis zu seinem Tod, vor etwa 3 Jahren, davon aus, daß jenes metallische Objekt ein extraterrestrisches Raumfahrzeug sein könnte - ein UFO also. Und er hatte gute Gründe dafür, auf die ich in diesem Beitrag nicht im Einzelnen eingehen möchte. Nicht etwa aus Geheimniskrämerei; sondern weil es hier um die rätselhaften Verglasungen geht. Um ein Phänomen, das jedoch möglicherweise mit der UFO-Problematik relativ eng zusammen hängen könnte. [1]
Das Objekt war zuerst von einem Radiästhesisten lokalisiert worden. Daraufhin erst stellte Jean weitere Untersuchungen mit dem Protonenmagnetometer an.
Meine Vermutung : Falls sich wirklich ein metallisches Objekt von solchen Ausmaßen in der Erde (in dieser Tiefe wahrscheinlich im Fels...) befinden sollte, dann könnte es sich, rein theoretisch, dabei um die geheimnisvolle Stahlkammer der Templer „Trésor“) handeln, den diese unter Bertrand de Blanquefort erbaut haben sollen. Oder vielleicht um eine vergleichbare Anlage.
Das von Jean de Rignies hinterlassene Archiv wird zweifellos noch näheren Aufschluß über die Angelegenheit geben, wie über sehr viele andere Dinge auch. Wir sind gegenwärtig noch mit der Auswertung des gesamten Materials beschäftigt. Angenommen, dort unten steckt wirklich der Trésor der Templer, so würde das immer noch nicht das Geringste über das Vorkommen von geschmolzenem 6000 Jahre altem Glas aussagen. Vorausgesetzt, die Gräber stehen überhaupt mit dem Objekt in einem direkten Zusammenhang.
Eine alte Glashütte - der Templer vermutlich - ist auf der Karte in westlicher Richtung, unterhalb von „Corps du Garde“, dem alten Posten, verzeichnet. Demzufolge ist in der Umgebung der Salsquelle früher, mit großer Wahrscheinlichkeit unter Regie des Ordens Glas hergestellt worden. Das könnte zumindest einiges erklären - nur eines nicht: 6000 Jahre altes Glas.
Glasklar
Ich denke, man kann die Möglichkeit ausschließen, daß die alten Ganggräber entweder in vorgeschichtlichen Epochen, oder im Mittelalter als „Glasöfen“ dienten. Doch finden sich in ganz Europa verschiedene Orte an denen ähnliche Verglasungen festgestellt worden sind, wie in den Ganggräbern an der Sals.
Wir wissen nicht vieles von den Dolmen, von Menhiren, von all den Megalithbauten, die dennoch in Überfülle, den Boden von Frankreich bedecken. Unsere Kenntnis von dem, was in den Druiden und in „unseren Vorfahren, den Galliern und Germanen vorgegangen ist", ist ausgesprochen dürftig. Und was wissen wir von der geheimnisvollen Zivilisation, die in Encosse, in Frankreich, und auch anderswo in Europa, zahlreiche verglaste Befestigungsanlagen erbaut hat, die man dort heute noch besichtigen kann ?
In unseren „Geschichtsbüchern“ finden wir keine Antwort auf diese Frage, und es wird Lesern dieses Magazins geläufig sein, warum das so ist.
Inzwischen bin ich mir durchaus nicht mehr so sicher darin, daß man die Möglichkeit ausschließen kann. Als Glasöfen könnten diese Objekte gut und gerne auch zu einer bestimmten Zeit gedient haben. Doch dieser Eine – in den ein Tunnel führt (was bei den anderen Öfen nicht der Fall ist) – das ist sicherlich kein konventioneller Ofen gewesen. Das ist auch die Ansicht von Fachleuten (Töpfer, die sich mit den Konstruktionsprinzipien von Brennöfen sehr gut auskennen z.B.), denen ich diesen „Ofen“ zeigte.
Im Jahr 2005 ist schon einmal eine Glasprobe in D analysiert worden. Eine Kopie der Resultate sende ich Ihnen im Anhang mit.
Anschaulicher als Fotos und für Ihre Zwecke sicherlich sehr viel besser Brauchbar wären überdies, meiner Meinung nach, Filmaufnahmen, die ich Ihnen gerne ebenfalls zeigen würde. Doch die könnte ich Ihnen nur per Post zuschicken. Falls Sie daran interessiert sein sollten, senden Sie mir bitte Ihre Postanschrift. Darunter Ausschnitte aus einer französischen Videoproduktion (2-Teiler über Rennes-le-Château) von Jimmy Guieu (dem franz. E.v.D.), aus den 90er Jahren, in denen Jean de Rignies in einem Interview an den „Glasöfen“ selber die Sache kommentiert. Sowohl seine Meinung bezüglich der „Öfen“, als auch seine Beschreibung des metallischen „Objekts“ im Untergrund.
Ihre weiteren Fragen werde ich gerne beantworten und nach anderem „brauchbaren“ Material suchen.
Mit freundlichen Grüssen, Udo Vits
6. Untersuchungen eines "Megalith-Grabes" aus Südfrankreich
Hochtechnologie in der Steinzeit?
Dr. rer. nat. W. Bockelmann

Abb. 1 Das prähistorische Kuppelgrab
I. Vorgeschichte der Untersuchung
1. Vorbemerkungen
Wer sich als Nicht-Archäologe oder Nicht-Historiker mit den in ganz Europa zahlreich vorhandenen sogenannten "Megalith-Gräbern" (manchmal auch "Hünengräber" genannt) etwas näher befaßt, stellt bald fest, daß noch viele Fragen zu diesem Thema unbeantwortet sind. Zwar werden diese vorgeschichtlichen Steinsetzungen in einer Reihe guter populärwissenschaftlicher Bücher ausführlich behandelt (z.B. 1), aber man wird nach der Lektüre den Eindruck nicht los, daß viele Aspekte noch immer nicht restlos geklärt worden sind. Es ist wie so häufig in der Wissenschaft: eine Frage kann beantwortet werden, aber damit entstehen unmittelbar neue Fragen, die auf die Beantwortung warten.
Bei der Untersuchung eines prähistorischen Megalith-Ganggrabes in Südfrankreich (Abb. 1 - 2) durch Laien wurde entdeckt, daß die Innenseite einer aus Steinen errichteten Kuppel einen glasartigen Überzug (also eine "Verglasung") aufwies; die Ursache dieser Verglasung konnte an Ort und Stelle nicht geklärt werden. Es wurde aber durch ähnliche Entdeckungen in der Nähe vermutet, daß nicht nur dieses eine Objekt, sondern noch weitere in der Umgebung existierten (2). Für eine Erklärung dieser merkwürdigen Entdeckung schien eine naturwissenschaftliche Untersuchung zwingend erforderlich.

Abb. 2 Eingang des prähistorischen Kuppelgrabes
Foto von U. Vits©
Durch eine schier unglaubliche Kette von Zufällen ergab sich für uns vor kurzem die Möglichkeit, mit modernsten Methoden diese naturwissenschaftlich-technischen Untersuchungen durchzuführen. Und diese hatten ein unglaubliches Resultat, welches keiner vorher für möglich gehalten hätte! Nur leider wurden durch diese Ergebnisse eine Reihe weiterer Fragen aufgeworfen, die bisher schlicht unbeantwortbar sind. Vielleicht ist es aber schon ein großer Fortschritt, wenn die Fachleute der Archäologie diese Schlußfolgerungen zur Kenntnis nehmen und nicht mit dem Vermerk "unmöglich, gibt es nicht" unter den Tisch fallen lassen. Möglicherweise könnten diese Untersuchungen (beziehungsweise die Ergebnisse) - unvoreingenommen betrachtet - den Anlaß bieten, unsere Vor- und Frühgeschichte in einem völlig neuen Licht zu sehen.
Abb. 3 Das prähistorische Kuppelgrab (Innenansicht)
Foto von U. Vits©
Die Untersuchungen wurden dadurch möglich, daß der Autor dieses Berichtes, ein Chemiker von Beruf und in der Angelegenheit "Materialuntersuchungen" durchaus als Fachmann zu bezeichnen, mit der "Verglasungsproblematik" bekannt gemacht wurde. Weiterhin ergab es sich, daß er die Bekanntschaft einer Person machte, die selbst das bewußte Grab untersucht hatte und eine Probe der Verglasung besorgen konnte. Ein Freund des Autors wiederum zählte einen Mann zu seinem Bekanntenkreis, der in einem größeren Industrieunternehmen beruflich entsprechende Materialuntersuchungen durchführt; er erklärte sich zu unserer Freude bereit, die Untersuchungen, quasi als "Freundschaftsdienst", durchzuführen. Zu diesem Einverständnis hat sicher auch die Überlegung beigetragen, daß die Gewähr bestand, daß die Meßergebnisse von einem Fachman ausgewertet werden würden. So konnten wir schließlich die Untersuchungsergebnisse in Empfang nehmen.
2. Einige Bemerkungen über die "Megalith-Kultur"
Zuerst einmal möchten wir aber für diejenigen, die mit der Materie nicht so vertraut sind, einige erläuternde Bemerkungen zum Thema machen, die zum Verständnis der Untersuchungen vielleicht, hilfreich sein könnten. -
Unter "Megalith-Steinsetzungen" versteht man zahlreiche, über fast ganz Europa verstreute und in jedem Fall künstliche (das heißt: von Menschenhand) errichtete Steinanordnungen. Die verwendeten Steine sind von ganz verschiedener Größenordnung, meistens ca. 0,5 bis 1,5 m lang und einem Breiten- zu Höhen-Verhältnis von 1:3 oder größer. Es gibt aber auch Steinsetzungen mit Steinen bis zu 10 Metern Länge, die durchaus bis zu 100 to wiegen können. Die Steinsetzungen konzentrieren sich ganz überwiegend auf die atlantischen und mittelmeerischen Küstenregionen; sehr häufig sind sie in Skandinavien, in England und Irland, in der Norddeutschen Tiefebene und in Frankreich, sowie Spanien. Daneben sind sie jedoch auch auf anderen Kontinenten zu finden, wie in Mexiko, Südamerika (Anden-Region), Afrika (Simbabwe) und auch in Asien (Indien) sowie im pazifischen Raum.
Ganz grob unterteilt man sie in drei Gruppen. Einmal bestehend aus einzelnen Steinen (nach einem keltischen Wort "Menhir" genannt"), sie stecken üblicherweise etwa zu 1/3 bis zu 1/4 ihrer Länge im Boden, und bilden teils lange Reihen (über 1000m im französischen Carnac/Bretagne). Dann angeordnet zu Kreisen ("Kromlech" genannt) und schließlich die bekanntesten, die "Dolmen" (in Deutschland "Hünengräber" genannt). Die Dolmen sind Anordnungen von hochkant im Boden steckenden relativ flachen Steinplatten (meist in einem wenige Meter umfassenden Kreis, Oval oder Rechteck) und abgedeckt von einer großen, ebenfalls flachen, Steinplatte als Deckstein (vgl. Abb. 4 und 5).

Abb. 4 Menhire Bildpixel / pixelio

S.Slobodszian / Pixelio Abb. 5 Dolmen
Verwandt mit den Dolmen sind die "Ganggräber", bei denen eine rechteckige Anordnung von hochkant gestellten Tragsteinen einen "Gang" bildet, der wiederum von plattenähnlichen flachen Steinen nach oben abgedeckt wird. Als Beispiel mögen die Maße des "Galeriegrabes" von Esse (Bretagne) angeführt werden: 18m lang, innen 4m breit und knapp 1,80m hoch. 26 seitliche Tragsteine, 8 Decksteine (Gewicht der Decksteine: ca. 20-40 to). Der hinterste Tragstein hat eine Dicke von 70cm und eine Länge von 5,40m. - Manche dieser Ganggräber besitzen am Ende eine aus Natursteinen gesetzte Kuppel, wie z.B. das Ganggrab von Newgrange (Irland) oder Gavrinis (Bretagne). Bei dem von uns untersuchten Megalithbau aus Südfrankreich handelte es sich um ein derartiges Ganggrab mit Kuppel, allerdings mit bescheideneren Ausmaßen (näheres dazu siehe unten).
Eine Besonderheit unter den Megalithbauten ist das südenglische Stonehenge, das als das großartigste und bekannteste Megalithbauwerk Europas gilt. In der Gesamtanlage sind mehrere Kromlechs enthalten, aber am eindrucksvollsten sind der sogenannte "Sarsenkreis" aus ursprünglich 30 aus Sandstein bestehenden ca. 4m hohen und 30 to schweren Steinen, die an ihrer Oberfläche mit aufgelegten Quersteinen verbunden wurden, und sogenannte "Trilithen", wo jeweils zwei riesige Steine durch einen oben aufgelegten Querstein verbunden wurden. Über Sinn und Zweck dieses selbst heute noch - nach teilweiser Zerstörung - recht imposanten Bauwerks ist lange gerätselt worden. Heute ist die Wissenschaft überzeugt, daß es sich in erster Linie um eine astronomische Anlage handelt; zumindest nach der Ausrichtung der Steine dürfte diese Annahme gerechtfertigt sein. Als Bauzeit wird heute die späte Jungsteinzeit oder frühe Bronzezeit angenommen (ca. 2500 -1500 v.Chr.); man glaubt drei oder vier Bauphasen unterscheiden zu können. - Eine bisher ungelöste Frage ist, inwieweit die damalige geringe Bevölkerungsdichte und die für diese Zeit sonst angenommenen technischen und organisatorischen Fähigkeiten der Menschen ausreichten, ein derartiges Bauwerk zu planen und zu errichten; dies gilt auch für die meisten anderen Megatith-Steinsetzungen.

Abb. 6 Stonehenge
ingelotte / pixelio
Interessant ist in diesem Zusammenhang, daß eine sichere Datierung der Megalithbauten - entgegen anderen Behauptungen der Archäologen und Historiker - nicht möglich ist. Dies kommt daher, daß es für anorganische, natürliche Steinbauwerke keine absolute Datierung gibt. Die Wissenschaftler können daher nur aus Begleitfunden auf das Alter der Anlage schließen, und dabei gibt es zu viele Unwägbarkeiten. Man hat nicht einmal in (oder bei) allen Megalithbauwerken datierbare Funde gemacht; in praktisch allen Fällen fand man Gegenstände oder Relikte aus den verschiedensten Zeitperioden, die wahrscheinlich nicht im Zusammenhang mit der Errichtung der Steinsetzung standen und sich in nichts von den Funden der übrigen Gegend unterschieden. Während nun die Megalithbauten auf der ganzen Welt unübersehbare Gemeinsamkeiten aufweisen, spiegeln die Funde immer nur die örtlichen Gegebenheiten wider, sind also für die Datierung nicht unbedingt geeignet.
Trotzdem beharren die Wissenschaftler auf die Zeit zwischen 2500 und 1000 v.Chr. für die Datierung.
3. Das "Ganggrab" an der Salsquelle in Südfrankreich mit seinen Verglasungen
Das Ganggrab in Südfrankreich befindet sich etwa 40km südlich der Stadt Carcassonne im Departement Aude und ca. 50km nördlich vom Pyrenäen-Hauptkamm in der Nähe der Kleinstadt Rennesle-Bains. (Abb. 7). Es handelt sich um eine Anlage von insgesamt sieben ähnlichen Objekten, von denen bisher nur eines begehbar ist. Das gesamte Areal befindet sich schwer zugänglich in einem Wald.

Abb. 7 Südfrankreich mit der Lage des verglasten Megalithgrabes
Das untersuchte Grab besteht aus einem etwa 4m langen, überdeckten Gang von ca. 1,5m Höhe. Der Gang, zunächst ebenerdig, führt leicht abschüssig in den Boden hinein. Die Wände bestehen aus Natursteinmauern ("Trockenmauern", d.h. ohne Mörtel aufgerichtet) und sind mit großen Steinplatten nach oben hin abgedeckt. Am inneren Ende des Ganges befindet sich ein niedriger Durchlaß, zu dem sich die Gangdecke absenkt. Der Durchlaß ist ein Bogen aus gebrannten Lehmziegeln. Hinter dem Durchlaß befindet sich ein runder, kuppelähnlicher Raum von ca. 1,70m Durchmesser; die Wände der Kuppel bestehen, wie die Wände des Ganges, aus Trockenmauern. Die Deckenkonstruktion besteht aus einem System von verschiedenen flachen Steinen, die eine Art selbsttragendes Gerüst bilden. Darüber befand sich früher eine aus Steinen gesetzte Kuppel, die heute, wie auch bei den anderen Gräbern in der Nähe, größtenteils zerstört ist, nur Reste sind noch erhalten.
Auffälligstes Merkmal des Bauwerks sind die Verglasungen an verschiedenen Stellen der Wand und der Decke; es hat den Anschein, als ob früher der gesamte Innenraum der Kuppel verglast war. Die Glasschicht scheint direkt mit dem Felsen verbunden zu sein und läßt sich nicht ohne weiteres ablösen; das Glas ist klar und durchsichtig mit teilweise blaugrüner Färbung, wie Flaschenglas. Wie vorläufige Erkundungen ergeben haben, finden sich Verglasungen zumindest in einem weiteren Grab in der Nähe. Welchen Zweck diese Verglasung hatte und wie sie aufgebracht wurde, konnte bisher nicht ergründet werden. Interessant ist in diesem Zusammenhang, daß im ganzen Bereich des Bauwerks (also sowohl in der Kuppel, als auch in dem Gang), keinerlei Brandspuren zu finden waren, also weder Ruß, noch Asche oder Kohlereste.
4. Die Verglasungen sollen wissenschaftlich untersucht werden
Die wohl einzige Möglichkeit, das Rätsel um die Verglasungen aufzuklären, besteht in einer wissenschaftlichen Untersuchung des Materials. Dabei sollten mikroskopische Strukturen (bis hin zum Feinstrukturbereich) zur Anwendung kommen, vor allem aber chemische Analysen des Materials. Diese Untersuchungen stellen heute, mit modernsten Geräten durchgeführt, technisch kein Problem mehr dar, allerdings sind sie relativ zeitaufwendig und teuer; die Kosten belaufen sich auf mindestens 50.000 bis 80.000 EUR. Das eigentliche Problem ist, daß sich z.B. ein Universitätsinstitut bereit erklären müßte, solch ein Projekt zu starten und solch eine Untersuchung durchzuführen; dazu hat sich bisher jedoch, warum auch immer, niemand bereit gefunden. Möglicherweise handelt es sich in diesem Fall (und vielen ähnlichen Fällen) um ein Kommunikationsproblem zwischen Archäologen und Naturwissenschaftlern. Die Archäologen wissen zu wenig über die wissenschaftlichen Möglichkeiten der Untersuchungen, und, umgekehrt, interessieren sich die wenigsten Naturwissenschaftler für spezielle archäologische Probleme.
Wie bereits am Anfang unseres Berichtes erwähnt, ergab sich jedoch durch eine Kette von Zufällen dennoch die Möglichkeit, die Untersuchungen durchzuführen, und sie hatten ganz unerwartete Resultate. Mit unseren bisherigen Erkenntnissen über die Zeit, die man üblicherweise als Entstehungszeit der Megalithbauten annimmt (gemeinhin Bronzezeit genannt, etwa 1500 v.Chr.) sind die Untersuchungsergebnisse jedenfalls nicht in Einklang zu bringen; allerdings ermangelt es auch uns an einer hinreichend plausiblen Erklärung. Normalerweise müßten in einem solchen Fall weitere Untersuchungen folgen, die diese ersten Befunde absichern oder widerlegen, dazu müßten aber die Ergebnisse zuerst von der wissenschaftlichen Fachwelt zur Kenntnis genommen werden. Leider ist aber nach ähnlichen Vorfällen in der Vergangenheit eher zu befürchten, daß die Untersuchungen als "unwissenschaftlich" abgetan oder sogar das untersuchte Material als "Fälschung" klassifiziert wird.
5. Ein Exkurs über Gläser und Glasherstellung (vgl. Tab. 1)
Tab. 1 Technische Gläser und Gesteine
| Material, Glas, Gestein | Chem. Zusammensetzung | Eigenschaften, Anwendungen | Erweich.- Temp.[°C] | Bemerkungen |
| Fensterglas | 15%Na20, 10%Ca0, 75%Si02 | Fenster, Spiegel, Flaschen | 600-700° | Billiges Alltagsglas |
| Kronglas (Böhm.Glas) | K20, CaO, 75%Si02, evtl. P205 | Optische Gläser | 500-600° | Opt.Anwendungen (Lichtbrechung) |
| Flintglas (Bleikristall) | K20, Pb0, 75%Si02 | Opt. Gläser, hochw. Trinkgläser | 500-600° | Opt.Anwendungen (Lichtbrechung) |
| Thüringer Glas | 7%Na20, 8%K20, 10%CaO, 75%Si02 | Laborgeräte, Haushalt | 550-600° | unempfindlicher als Fensterglas |
| Jenaer Glas (Pyrexglas) | 75%Si02, 8,5%Al203, 4,5%B20, 3,8%Na20, 1%Ca0 | Laborgeräte, Haushalt | 600-700° | Thermoschock-resistent |
| Supremax-Glas | 56%Si02, 20%Al203, 9%B203, 1%Na20+ K20, 9%MgO, 5%Ca0 | Industrie, Labor, Haush.Geschirr | >1000° | besonders thermostabil |
| Opt. Spezial-Glas | B203, Si02, Ta205, W03, Zr02, Th02, La203 (Selt.Erden) | Optische Gläser für besondere Anwendungen | Spez. Opt. Anwendungen (Lichtbr.) | |
| Quarzglas | 100% Si02 | Laborgeräte, Industrie | 1500-1700° | besonders thermostabil, säurefest |
| Kaolin (Tonmineral) | 46%Si02 40%Ai203, 14%H20 | Verwitterungs-produkt | 1000° | häufiges Begleitmineral |
| Fayalit (Fe2SiO4) | 70%Pe0, 30%Si02 | bas. eisenhaltiges Mineral | 1000° | im basisch. Tiefen-gestein (Basalt) |
| Feldspat (K-AI-Silikat) | 65%Si02, 18%Al203, 17%K20 | sehr häufiges saures Mineral | 1200° | im sauren Tiefen-gestein (Granit) |
| Quarzit (Mineral) | 88%Si02, 3%Al203, 1%Na20, 2%K20, 1%MgO, 1%FeO, 4%H20 | metamorphes Gestein (Sandstein) | 1500° |
z.B. als roter Buntsandstein |
| Muskovit (Glimmer) | 45%S102, 38%Al203, 12%K20, 4%H20 | blättriges Mineral | 1100° | z.B. Granit-Bestandteil |
Um die Untersuchungen und ihre Ergebnisse auch als Laie richtig interpretieren zu können, ist es wohl sinnvoll, einige Bemerkungen über Gläser und Glasherstellung einzufügen, die sicher nicht allgemein bekannt, für die Interpretation aber unbedingt nötig sind.
Das Glas ist seit hunderten von Jahren aus unserem Alltagsleben nicht wegzudenken und es ist archäologisch seit prähistorischen Zeiten bekannt. Bereits im alten Ägypten sowie in Babylonien gab es gläserne Gegenstände und man fand schriftliche Anweisungen über die Herstellung von Glas (ca. 2000 v.Chr.). Dies ist insofern erstaunlich, weil die Glasherstellung aus Naturstoffen alles andere als einfach ist, denn man benötigt dazu einen Ofen, besonderes Brennmaterial (Holzkohle) und einen Blasebalg oder Blasrohre, um zehn Stunden und mehr eine Temperatur von ca. 1300°C zu erreichen. Dazu müssen besondere Mengenverhältnisse der Rohstoffe genau eingehalten werden! Das ist "Hochtechnologie", die man nicht so nebenbei erfindet. Ich persönlich glaube, daß die Glasherstellung als "Nebenprodukt" der Metallherstellung entdeckt wurde.
Weiterhin ist es wichtig zu wissen, daß es verschiedene Arten von Gläsern gibt, die sich in ihrer chemischen Zusammensetzung durchaus sehr deutlich unterscheiden. Das gängigste Glas (und das wohl auch als erstes hergestellt wurde) ist eins, welches bei uns als "Fensterglas" bezeichnet wird und auch durchweg für die Flaschen- und Trinkglasherstellung verwendet wird. Neben der Kieselsäure (Si02) sind die beiden anderen Bestandteile Natriumoxid (Na20) und Calciumoxid (CaO); dieses Glas läßt sich besonders einfach herstellen und bei relativ niedrigen Temperaturen in der Technik oder Glasbläserei verarbeiten. Zur Herstellung verwendet man Soda (ist in Ägypten in der freien Natur zu finden), Kalkstein, und Quarzsand.
Änderungen in der optimalen Zusammensetzung machen sich schnell in einer schwierigeren Herstellung oder in einer schlechteren Verarbeitbarkeit bemerkbar. Dies ist auch dann der Fall, wenn man statt Soda Pflanzenasche (Kaliumcarbonat) verwendet, oder die Ausgangsstoffe unrein sind. Besonders Anteile von Aluminiumoxid (Tonerde) verschlechtern die Qualität des Glases im eben erwähnten Sinne erheblich, außerdem entstehen unerwünschte Färbungen (z.B. durch Eisen).
Zuerst wurden nach archäologischen Funden in den alten Kulturen Glasperlen für Schmuckgegenstände und später auch kleine Fläschchen für Arzneien hergestellt; insbesondere war blau gefärbtes Glas sehr begehrt. Später folgten dann größere Gegenstände (Flaschen und Vasen, Trinkgefäße) mit aufwendigen Verzierungen. Bei den Römern und Griechen gab es schon ein ausgeprägtes Glas-Kunsthandwerk, das später von den Arabern übernommen wurde und im Mittelalter (Byzanz, Venedig) zu neuer Blüte fand. Im Spätmittelalter folgte die Herstellung von Glasfenstern (zuerst beim Kirchenbau, später auch in den Adelspalästen und bei reichen Handelsherren, erst ab dem 17.Jahrhundert im größeren Umfang auch für das Bürgertum). Erst in neuerer Zeit hat man die Herstellung von Spezialgläsern (Optik, Geräte, Kochgeschirr) erforscht und optimiert.
Die ersten Gläser mit anderer Zusammensetzung als Fensterglas waren das in der Optik gebrauchte Kronglas, bei dem statt Soda Pottasche (Kaliumcarbonat) eingesetzt wurde, es war also ein KaliumKalk-Silikatglas. Kurz darauf folgte dann das Flintglas, (auch "Böhmisches Glas" oder Bleikristall genannt) das ebenfalls als optisches Glas, aber auch für kostbare Trinkgläser benutzt wurde; bei diesem Glas verwendete man statt Kalk Bleioxid. Es folgten chemikalienresistente Gläser, die dann schließlich zu den bekannten, auch in der Küche verwendbaren, Glasgeräten führten (sogenanntes "Jenaer Glas"). - Als Besonderheit muß schließlich noch das "Quarzglas" erwähnt werden, das heute in der Technik eine gewisse Rolle spielt. Quarz (z.B. in der Form von reinem Quarzsand) schmilzt erst bei etwa 1700°C, muß also zur Herstellung auf mindestens 1750°C erhitzt werden und kann dann in verflüssigter Form, ähnlich wie Glas, zu Gerätschaften verarbeitet werden.
Aus den eben angeführten Zusammenhängen kann man ableiten, daß bei unbekanntem Glas sowohl die chemische Analyse, als auch die physikalische Untersuchung (Härte, Lichtbrechung, Schmelzverhalten) sehr weitgehende Rückschlüsse auf die Herkunft und die Art des Materials zulassen. - Wir wollen uns nun im folgenden mit der Frage befassen, inwieweit sich andere silikatische Materialien bei höheren Temperaturen verhalten; wie und wann sie erweichen bzw. schmelzen, ob man aus ihnen Glas herstellen kann und wie sich dieses Glas chemisch und physikalisch verhalten würde.
6. Das Verhalten von silicathaltigen Gesteinen bei hohen Temperaturen
Gesteine bestehen, kurz gesagt, aus einem Gemisch verschiedener Mineralien, wobei als Mineral ein chemisch einheitlich zusammengesetzter Stoff gilt (z.B. Quarz als Siliciumdioxid, SiO2; Marmor, Calciumcarbonat, CaCO3). Wir wollen hier nur die Gesteine betrachten, die aus großer Tiefe der Erde kommen (vulkanische Lava oder "Ergußgesteine"), oder durch geologische Prozesse (Auffaltungen) aus dieser Tiefe gekommen sind (sogenannte Tiefengesteine). Der Geologe und Mineraloge unterscheidet dabei Gestein, welches aus großen Tiefen kommt und dort langsam zu recht grobkristallinen Strukturen erstarrt ist (z.B. Granit), und Gestein, welches unmittelbar aus einer Magmakammer aufgestiegen ist und teils beim Aufstieg, teils erst aus glutflüssiger Lava an der Luft erstarrt (z.B. das "Vulkanglas" Obsidian oder Porphyrgestein).
Schließlich unterscheidet man noch nach der chemischen Zusammensetzung die kieselsäurereichen (viel Silikat enthaltenden) meist eher hellen "sauren" Gesteine (wie Granit) von den eher dunkel gefärbten kieselsäureärmeren "basischen" Gesteinen (wie Basalt).
Von der chemischen Analyse her zeigen beide Gruppen charakteristische Unterschiede. Die erste Gruppe besitzt mehr als 60% Si02 und man findet hauptsächlich die Elemente Kalium und Aluminium, daneben wenig Natrium, Magnesium und Calcium. Die zweite Gruppe hat weniger als 60% SiO2 und relativ viel Natrium, Magnesium und Calcium, daneben Eisen (welches dem Gestein die dunkle Farbe verleiht) und andere Schwermetalle, wie Mangan und Zink. Man hat gute Gründe für die Annahme, daß die Gesteine der zweiten Gruppe ursprünglich aus wesentlich größerer Tiefe stammen, als die Gesteine der ersten Gruppe.
Einen weiteren wichtigen Unterschied zeigen diese beiden Gesteinsgruppen im Schmelzverhalten: die erste Gruppe (die "sauren" Gesteine) schmelzen bei höherer Temperatur (ca. 1500°C) und bilden dann eine relativ zähflüssige Schmelze, insbesondere bei sehr hohem Si02-Gehalt. Die zweite Gruppe (die "basischen" Gesteine) schmelzen bereits bei etwas niedrigerer Temperatur (ca. 1200°C-1300°C) und bilden eine relativ dünnflüssige Schmelze. Dies ist beim Vulkanismus von großer Bedeutung: bei sehr zähen Schmelzen kann sich im Vulkanschlot ein Pfropfen bilden, der zur Verstopfung führt; es sammelt sich immer höherer Druck an, bis es zur gewaltigen Eruption kommt. -
Welche Unterschiede gibt es nun zwischen dem Verhalten eines Glases beim Erhitzen und auf der anderen Seite beim Erhitzen (und Wiederabkühlen) eines Gesteins?
Das "normale" Fensterglas wird beim langsamen Erhitzen (z.B. mit einer Gasflamme oder einem Laborgebläse) bei etwa 600°C allmählich weich und kann in diesem Zustand gut bearbeitet werden ("Glasblasen"). Bei weiterem Erhitzen wird bei etwa 1000°C oder etwas höher (je nach Zusammensetzung des Glases) ein glutflüssiger Zustand erreicht, in dem das Glas in Formen ausgegossen werden kann. Umgekehrt (bei Unterbrechung der Heizung, durch normale Abkühlung, also innerhalb etwa einer Stunde) wird die Glasschmelze immer zähflüssiger, bis sie unterhalb 600°C praktisch fest geworden ist. Entscheidend ist aber, daß dieses "normale" Glas auch beim Abkühlen seinen klar durchsichtigen Glaszustand behält und auch für lange Zeiten unverändert beibehält.
Nimmt man nun statt Glas ein weitgehend kristallines Tiefengestein (z.B. Granit), so beginnt dieses Gestein bei etwa 1100-1200°C langsam zu erweichen, indem einzelne Partikel schmelzen, andere Bestandteile (Quarzpartikel) aber unverändert bleiben. Andere Partikel (Glimmer), zersetzen sich, indem Gase abgespalten werden (Im Kristallverbund chemisch gebundenes Wasser). Bei etwa 1400°C ist ein zähflüssiger Kristallbrei entstanden, der durchaus einem Lavafluß ähnelt. Bei noch höherer Temperatur wird, je nach Zusammensetzung , der flüssige Anteil immer höher, die Schmelze immer dünnflüssiger, aber bis die letzten Quarzpartikel verschwunden sind, dauert es sehr lange, oder es muß eine sehr hohe Temperatur angewandt werden (mehr als 2000°).
Bei der Abkühlung spielt sich genau der umgekehrte Prozeß ab: die Schmelze wird immer dickflüssiger, es scheiden sich immer mehr kristalline Teilchen ab und unterhalb 1000°C erstarrt die Schmelze zu einem kompakten Block, der bei weiterer Abkühlung wieder zu einem Gestein wird. Zwar ist das Aussehen gegenüber dem Ursprung verändert (ein Teil der Mineralien hat sich ja zersetzt, und die Struktur ist nun viel feinkörniger), aber es wurde unzweifelhaft wieder zu Gestein, von Glas keine Spur. Der Vorgang des Erhitzens und Wiederabkühlens ist praktisch der gleiche, wie bei der Vulkanlava: auch dort wird ja die vorher flüssige Lava nach dem Erkalten wieder zu Gestein.
Wie steht es nun mit dem sogenannten "Vulkanglas" (Obsidian)? In besonderen Fällen geschieht es tatsächlich, daß vulkanische Lava beim Erkalten zu einem Glas erstarrt. Es hat sich aber herausgestellt, daß dafür besondere Bedingungen erforderlich sind: Erstens geschieht dies nur bei einer ganz bestimmten Zusammensetzung (es muß ein stark "basisches" Gestein sein), außerdem muß es vorher stark erhitzt worden sein (keine Kristalle mehr vorhanden), und schließlich mußte es nach dem Austreten aus dem Vulkan sehr schnell abkühlen (abgeschreckt), so daß eine Kristallisation nicht mehr erfolgen kann. - Und dennoch: wie "richtiges" Glas sieht Obsidian eigentlich auch nicht aus. Es ist praktisch immer dunkelgefärbt, nicht durchsichtig, sondern nur in dünnen Schichten durchscheinend. Aber - im physikalischen Sinne ist es doch ein Glas, da es eindeutig eine nichtkristalline Struktur hat.
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II. Die Untersuchung der Glasprobe aus dem Megalithgrab
Nun wollen wir uns endlich der Glasprobe aus dem französischen Megalithgrab widmen.
Bei der Probe handelte es sich um ein von der Innenseite der Gesteinskuppel abgelöstes Stück Glas mit den ungefähren Maßen:
Probenmaße: Länge/Breite: ca. 2cm x 2cm, Dicke: ca. 5-6mm
Beschaffenheit: (Makroaufnahme): Oberseite: grobkristallin, rauh, dunkel; Unterseite: glasartige Fläche, völlig glatt, durchsichtig, grünliche Färbung
Querschnitt: fast durchgehend glasartige Phase, zur Oberseite hin Einschlüsse und gröbere Struktur, Mikroporen
Untersuchung: Kunstharz-Einbettung der Probe, Dünnschliff-Auflicht-Mikroskopie Rasterelektronen-Mikroskopie, EDS-Analyse (chemische Elektronenstrahl-Mikroanalyse)
Als erstes wurde eine sogenannte "Makroaufnahme" (vgl. Abb. 8) gemacht.

Abb. 8 "Makro-Aufnahme" der Probe (ca. 5fache Vergrößerung)
Man erkennt sehr deutlich die unterschiedlichen Bereiche der Probe. Der rechte obere Abschnitt (ca. 1/3 auf dem Bild) hat eine deutlich andere Färbung und Struktur, als der Rest der Probe. Dieser dunkle Teil repräsentiert die Felsunterlage, auf dem sich das Glas befindet und von dem die Probe abgetrennt wurde. Bei der Untersuchung wurde dieser dunkle Teil "Dunkle Zone" oder "Randbereich" genannt (Zone 1).
Unterhalb der "Dunklen Zone" befindet sich ein hellerer Bereich, der sich im Aussehen schon deutlich vom Randbereich unterscheidet, aber immer noch dunkler wirkt, als der eigentliche Glasbereich ("Übergangszone") genannt (Zone 2).
Der eigentliche Glasbereich ist klar und fast durchsichtig und von gelblicher Farbe, teilweise mit einem Stich ins Grünliche. Dieser Bereich wurde als "Helle Zone" bezeichnet (Zone 3).
Bei der Auswertung der Analysen wurden zwischen den Zonen teils Ähnlichkeiten gefunden (z.B. in der Analyse der groben Körner), z.T. waren aber auch größere Unterschiede zu finden (z.B. befanden sich die stark eisenhaltigen Mikrokörner vorwiegend in der Randzone).
Als nächstes wurde nach der Einbettung und Anfertigung eines Dünnschliffes eine Mikroskopaufnahme mit relativ niedriger Vergrößerung (etwa 5fach) gemacht (vgl. Abb. 9).
Abb. 9 "Dünnschliff-Aufnahme" der Probe (ca. 5fache Vergrößerung)
Die drei vorher definierten Bereiche sind jetzt noch viel deutlicher zu erkennen. Zusätzlich sieht man jetzt, daß der 'Randbereich" nur einen geringen Anteil der Probe ausmacht und vor allem der "Übergangsbereich" relativ viele, z.T. recht große Poren enthält, die durchschnittlich etwa einen halben bis einen mm groß sind. Der am besten ausgebildete Glasbereich ist dagegen relativ porenarm.
Die später durchgeführten Untersuchungen wurden in den folgenden Bereichen durchgeführt:
1. Dunkle Zone: rechter oberer Rand der Probe (rechtes oberes Drittel, B 3, B 16)
2. Übergangszone: rechtes Drittel der Probe, etwa Probenmitte (B 6)
3. Helle Zone: untere Mitte der Probe, ca. 1/4 vom unteren Rand entfernt (B 9)
III. Die Ergebnisse der mikroskopischen Untersuchung
1. Die Randzone (Dunkle Zone, Abb. 10)
Die dunkle Randzone der Probe läßt schon bei oberflächlicher Betrachtung mit bloßem Auge eine relativ grobkörnige und porenhaltige Gesteinsstruktur vermuten, die bei der mikroskopischen Untersuchung und später durch die chemische Mikroanalyse bestätigt wurde.
Bei mittlerer (30-70 fach) Vergrößerung erkennt man ein Agglomerat aus ca. 200-400p großen Körnern, die von vielen Rissen durchzogen sind. Zwischen den Körnern befinden sich zahlreiche Poren und Hohlräume, die etwa 20-40% des Materials ausmachen. Bei der etwas höheren Vergrößerung erkennt man, daß einige Körner in einer Art Matrix eingebettet sind, die diese Körner anscheinend zu größeren Agglomeraten "verkittet" (Abb. 13 und Abb. 14).
An den Rändern einiger Körner und in der eben erwähnten "Matrix" erkennt man Ansammlungen von hellen "Mikrokörnern" (Größe dieser Körner: ca. 5-10p). Da eine helle Färbung in den Aufnahmen auf hohe Dichten hinweist, könnten diese Körner auf einen Schwermetallgehalt hindeuten, was sich später in der chemischen Analyse bestätigte. Der Anteil der Phase mit den hellen Körnern an dem Material dürfte bei etwa 10% liegen (vgl. Abb. 10).

Abb. 10 Mikroskopaufnahme der Randzone (50fache Vergrößerung, B16 in Abb. 9)
2. Die Übergangszone (Abb. 11)
In der Übergangszone der Probe zeigen zwei Befunde auffällige Unterschiede gegenüber der dunklen Randzone : einmal hat die "Matrix" zwischen den Körnern deutlich zugenommen (wir interpretieren dies als Auftreten der "glasartigen" Phase) und auch die Farbe dieser Phase hat sich verändert (die Glasphase der Übergangszone ist deutlich heller als die Matrix der Randphase), vgl. Abb. 11.
Der zweite Unterschied betrifft die Poren der Probe: in der Randphase haben die Spalten und Poren eher unregelmäßige Gestalt (es sind relativ viele längliche Gebilde darunter); in der Übergangszone sind diese Poren fast alle rundlich und sind zum Teil sogar kugelrund.
Auch die Körner sehen in der Übergangsphase deutlich anders aus: sie sind überwiegend in kleinere Teile zerfallen, erscheinen heller und unterscheiden sich teilweise nur noch wenig von der verbindenden Glasphase. Erhalten geblieben sind die Mikrokörner-Aggregate, wenn es auch den Anschein hat, als ob die Zahl dieser Aggregate deutlich geringer geworden ist.
3. Die helle Zone (Abb. 12)
In der hellen Zone der Probe haben sich die Tendenzen der Entwicklung vom Ausgangsmaterial (in der "Randzone" zur "Übergangszone") weiter fortgesetzt. Die groben Körner sind tendenziell noch kleiner geworden und die Poren nahezu verschwunden. Auch die Aggregate mit den "Mikrokörnern sind praktisch verschwunden. Die nun weitgehend homogene Glasphase zeigt kaum mehr Differenzierung in der Struktur, ein Befund, der sich auch mit bloßem Auge an der Probe feststellen läßt.

Abb. 11 Mikroskopaufnahme der Übergangszohne (50fache Vergrößerung, B 6 in Abb. 9)
Abb. 12 Mikrokopaufnahme der hellen Zone (50fache Vergrößerung, B 9 in Abb.9)

Abb. 13 Mikroskopaufnahme der Randzone (200fache Vergrößerung, B 3 in Abb. 9) mit hellen Körner-Aggregaten in der Matrix
Abb. 14 Mikroskopaufnahme der Randzone (500fache Vergrößerung, B 3 in Abb. 9) mit hellen Körner-Aggregaten in der Matrix
4. Fazit der mikroskopischen Untersuchung
Als Resultat der mikroskopischen Untersuchung (ohne Berücksichtigung der chemischen Zusammensetzung der Probe) können schon die folgenden Ergebnisse festgehalten werden:
1. Bei der Probe gibt es definitiv einen kontinuierlichen Übergang zwischen der Gesteinsphase und der Glasphase.
2. Das mikroskopische Erscheinungsbild der drei Zonen läßt sich problemlos mit der Annahme verbinden, daß eine sehr starke thermische (Hitze-) Einwirkung zum Aufschmelzen des Gesteins und zur Glasbildung geführt hat.
3. Die Tatsache, daß sich in der unteren Glasphase der Probe fast keine Hinweise auf Rekristallisation finden lassen, deutet auf einen drastischen Abkühlprozeß hin (Abschreckverfahren).
IV. Die Ergebnisse der chemischen Untersuchung
1. Die Untersuchungsmethode
Die chemische Analyse ist vom Prinzip her eine physikalische Untersuchungsmethode, bei der die Probe nicht verändert wird (sogenannte "zerstörungsfreie Methode"). Der Analytiker sucht sich aus der Probe einen oder mehrere interessante Bereiche heraus, deren Analyse aufschlußreiche Ergebnisse erwarten läßt; die Auswahl erfolgt mit Hilfe der elektronenmikros-kopischen Aufnahmen (vgl. den vorherigen Abschnitt). Wichtig ist vor allem, daß man nicht nur eine Analyse betrachtet, sondern mehrere Analysenpunkte im Zusammenhang auswertet. Dieses Verfahren ist zwar relativ aufwendig, liefert aber viel genauere Ergebnisse als die früher übliche chemische (Naß-) Analyse, obwohl die nachfolgend beschriebene und hier angewandte Elektronenstrahlanalyse auch ihre Grenzen hat und in einigen Aspekten der chemischen Naßanalyse durchaus unterlegen ist (siehe unten).
Die hier eingesetzte Elektronenstrahlmikroanalyse (kurz "EDS" genannt) funktioniert, vereinfacht gesagt, wie folgt. Der ausgewählte Probenbereich (etwa 1/1000 mm, d.h. ein pm, im Quadrat) wird mit einem gebündelten energiereichen Elektronenstrahl gezielt "beschossen". Beim Aufprall werden sehr energiereiche elektromagnetische Wellen (Röntgenstrahlen) ausgesandt, deren Wellenlänge von den an der Probenstelle vorhandenen Elementen abhängt und deren Intensität ein Maß ist für die Konzentration der Elemente an dieser Stelle. - Die erzeugten Röntgenstrahlenimpulse werden von einem Spektrometer gemessen und aufgezeichnet; die Auswertung (Zuordnung zur Art und Menge der Elemente) erfolgt mit einem eigens dafür erstellten Computerprogramm, welches die Analyse direkt in Prozent der vorhandenen Elemente umrechnet (oder, wie hier, in Prozent der vorhandenen Elementoxide). Da in Gesteinen oder Gläsern üblicherweise nur Oxide vorkommen, ist diese Vorgehensweise sicher nicht unvernünftig, da sie zeitaufwendiges Umrechnen damit überflüssig macht.
Aber dennoch hat auch dieses schöne Verfahren seine Tücken. Bei dem beschriebenen Verfahren werden die sehr leichten Elemente (z.B. Wasserstoff) nicht mit erfaßt, und gerade Wasserstoff gehört, vor allem in Form von Wasser, mit zu den häufigsten Elementen. Die Wasseranalyse in komplexen Materialien (wie auch Gesteinen) gelingt nach dieser Methode praktisch nur durch eine indirekte Bestimmung, indem man den bei den anderen Oxiden "übrig gebliebenen" Sauerstoff als Wasser rechnet. - Eine andere Schwierigkeit, allerdings mit geringerer Bedeutung, liegt darin, daß manche Elemente (z.B. das sehr häufige Eisen) in verschiedenen Wertigkeiten auftreten kann, und die Wertigkeit (die den Sauerstoffgehalt der Oxide bestimmt) kann auch mit dieser Methode nicht ermittelt werden. Hier helfen nur Erfahrungen aus der Chemie weiter. - Eine weitere, nicht auf diesem Weg zu klärende Frage ist, in welcher Form das gefundene Element Kohlenstoff vorliegt. Es kann sich um das Element selber handeln, dann um die Verbindung Kohlendioxid CO2 (als eingeschlossenes Gas oder in der Verbindung Carbonat, z.B. CaCO3), aber auch ein Vorkommen als Kohlenwasserstoff wäre denkbar. Die Elektronenstrahlmikroanalyse kann hier nicht weiterhelfen; es müssen weitere Plausibilitätsüberlegungen angestellt werden. Aber davon einmal abgesehen, ist diese Methode sehr wertvoll, in kurzer Zeit viele Informationen über das Material zu liefern.
Der Vollständigkeit halber soll auch das zweite hier angewandte Verfahren der Elektronenstrahlmikroanalyse kurz vorgestellt werden. Während beim ersten Verfahren im wesentlichen punktförmige Bereiche der Probe analysiert werden, besteht mit Hilfe des Rasterelektronenmikroskops die Möglichkeit, auch größere flächige Bereiche zu analysieren und die Elementverteilung in diesem Bereich zu ermitteln und zu dokumentieren. Man erhält dann für jedes vorhandene Element ein gerastertes Bild der Probe, bei dem die Konzentration des jeweiligen Elements als mehr oder weniger dunkle Färbung in dem Bereich dargestellt wird. Zusätzlich erhält man auch eine summarische Analyse des gesamten abgebildeten Areals (prozentuale Mengenverhältnisse der Elemente bzw. Oxide). - Diese Darstellung erlaubt es, Informationen zu bekommen, die über die Punktanalyse teilweise weit hinausgehen.
2. Die Untersuchungsergebnisse der Elektronenstrahlmikroanalyse
Für die chemischen Analysen wurden 6 mikroskopische Bilder ausgewählt. Eines, für die zuletzt beschriebene Flächenanalyse, aus der Übergangszone mit ca. 1 00facher Vergrößerung, 3 Bilder aus jeweils einer der drei Zonen (Rand- Übergangs- und Helle Zone) mit 200facher Vergrößerung, und schließlich 2 Bilder (eines aus der Randzone und eines aus der Hellen Zone) mit ca. 3000facher Vergrößerung. Bei jedem Bild wurden wiederum zwischen 5 und 9 Bildpunkte für die chemische (Punkt)-Analyse ausgewählt, so daß sich (einschließlich der Flächenanalyse) insgesamt 34 verschiedene Analysen ergaben. Für eine bessere Übersichtlichkeit und auch für die spätere Auswertung bzw. Interpretation wurden die von ähnlichen Punkten stammenden Analysen von uns in einer Tabelle zusammengefaßt; mit Hilfe dieser Vereinfachung kann man bestimmte Zusammenhänge bzw. Trends (s.u.) sehr gut ablesen und Schlüsse daraus ziehen.
Für die Auswertung der Analysen wurde die folgende Systematik angewendet, um eine möglichst hohe Aussagekraft zu gewinnen.
Einmal wurden die bereits früher definierten Probenbereiche (dunkle Randzone, Übergangszone und die helle Zone) danach untersucht, wie sie sich in ihrer Beschaffenheit von Zone zu Zone änderten (d.h. eine zonenorientierte Betrachtung).
Dann wieder wurden einzelne jeweils analysierten Objekte (einschließlich der Matrix) bei ihrer Änderung von Zone zu Zone untersucht und die Analysen verglichen (d.h. eine objektorientierte Betrachtung).
In den Analysentabellen sind zum Vergleich auch die (rechnerischen), d.h. nach der theoretischen/formelmäßigen Zusammensetzung ermittelten Analysenwerte einiger Minerale (und von Fensterglas) mit aufgeführt.
3. Die Auswahl der Probenbereiche
In der nachfolgenden Tabelle wurden die einzelnen ausgewählten Probenbereiche mit den interessierenden Daten, wie Zone, Vergrößerung, Objekte, Zahl der Analysen, zusammengestellt.
Tab. 2: Schema der Proben für die Elektronenstrahl-Mikroanalyse
| Bild | Proben-bez. | Zone | Vergr. | Beschreibung Probe | Anal. Zahl | Bemerkungen |
| B 15 | Base 3 | Rand, Z1 | 200x | Körner, Poren, Matrix | 6x | helle Mikrok. |
| B 20 | Base 5 | Überg., Z2 | 200x | Körner, Pore, Glasphase | 9x | helle Mikrok. |
| B 19 | Base 6 | Glas, Z3 | 200x | Körner, Glasphase | 5x | Glasphase |
| B 18 | Base 7 | Rand, Z1d | 2700x | helle Körner, Glasphase | 8x | helle Mikrok. |
| B 21 | Base 8 | Glas, Z3b | 3000x | dunkle Körner, Glasphase | 5x | Glasphase |
| B 22 | Base 9 | Glas, Z3b | 100x | Körner, Pore, Glas, Kristalle | 7x | (Elemente) |
Im Folgenden werden die 6 verschiedenen Probenbereiche, bei denen Einzelmessungen vorgenommen wurden, als elektronenmikroskopische Aufnahmen abgebildet, wobei die Stellen der jeweiligen Einzelmessungen durch rote Kreise markiert wurden. Nur von einigen charakteristischen Stellen wurden außerdem die gemessenen EDS-Spektren angeführt, da verschiedene Messungen an in der Nähe befindlichen vergleichbaren Stellen fast immer recht ähnliche Ergebnisse erbrachten. Eine komplette Übersicht der Einzelanalysen wurde in den Tabellen 3 und 4 zusammengestellt.
4. Die Ergebnisse im Einzelnen
Die Befunde der mikroskopischen Untersuchungen wurden von den chemischen Analysen voll bestätigt. Dies betrifft nicht nur die Übergänge von der dunklen "Randzone" zur hellen Glaszone, sondern auch die Analysen der Matrix (Übergang zwischen Gestein und Glasphase); auch die Analyse der groben Körner (Randzone - Übergangszone - Glasphase) zeigt einen eindeutigen Verlauf.
Eine ganz wesentlich neue Information (gegenüber den mikroskopischen Bildern) erbrachte die chemische Analyse, indem sie nun eine Aussage über den Charakter (die Art der Zusammensetzung) des Felsgesteins erlaubt. Die kompakten, groben Körner bestehen nahezu vollständig aus Si02 mit nur sehr geringen Anteilen an Eisen (1-2%) und Spuren Al203 und K20, andere Elemente sind nicht beteiligt. Auch die Matrix besteht aus genau den gleichen Elementen, wenn auch in etwas anderen Verhältnissen (weniger Si02, deutlich mehr Eisen (8%) und Al203 (2-3%) bzw. K20 (5%). Diese Analysenwerte passen am besten zum Sandstein, auch die gefundenen zahlreichen Poren und Risse sind sehr gut damit vereinbar.
Betrachten wir nun die-Übergänge vom Gestein zur Glasphase! Während sich die Zusammensetzung der groben (Si02)-Körner vom Gestein zur Übergangsphase kaum ändert, bestehen die letzten übriggebliebenen Quarzteilchen aus fast reinem Si02. Eisen ist nicht mehr nachzuweisen, lediglich die Anteile an Al203 (1 %) bzw. K20 (2-3%) sind leicht angestiegen.
Interessant ist auch die Veränderung in der Analyse der Glasphase. Während die Matrix des Gesteins ("Randzone"), genau wie auch die Übergangsphase nur 60-70% Si02 enthält (bei 8% Fe203, 2-3% Al203 und 5% K20) steigt der Si02-Gehalt der "reinen" Glasphase auf fast 80%, Fe203 sinkt auf 3% und Al203 unter 2%. Der Alkali-Gehalt - geradezu typisch für Gläser - steigt dagegen drastisch an (K20 10%, Na20 2-3%). Dies ist auch deswegen bemerkenswert, weil Natrium in den Körnern und in der Matrix nur spurenweise gefunden wurde.
Als Erscheinung "am Rande" wollen wir nun die "hellen Mikrokörner" betrachten, die sowohl in der Randzone (am Rande und zwischen den Quarzkörnern) als auch an verschiedenen Stellen der Übergangsphase auf den Mikroskopbildern als auffällige Erscheinung zu beobachten waren. Im Gegensatz zu allen anderen Probenbereichen, an denen die Analysenwerte mehr als 60% Si02 zeigten, kamen die hellen Körner nur auf etwa 20% Si02, enthielten dafür aber mehr als 60% Fe203. In der Mineralogie ist bekannt, daß stark quarzhaltige Gesteine normalerweise nur begrenzte Mengen Fe203 aufnehmen können; wird diese Menge überschritten, scheiden sich stark eisenhaltige Silikate ab (z.B. das Mineral Fayalit, Fe2SiO4, mit 70% FeO und 30% Si02). Die Erscheinungsform (Mikrokörner) sowie die chemische Analyse lassen solch einen Ausscheidungsprozeß vermuten. Das Vorhandensein von ca. 3% Eisen im Glas (homogen verteilt) würde auch die teilweise grünliche Färbung des Glases erklären. Während Aluminium und Kalium in den hellen Körnern mit ca. 1% vertreten sind, ist Natrium nur in Spuren vorhanden.
Betrachten wir nun zum Abschluß noch das Bild mit der Rasterelektronen-Flächenanalyse! Auf diesem Bild kann man sehr gut die Elementverteilung in den Bestandteilen der Probe (Körner, Glasphase) erkennen und auch auf den Einzelbildern in etwa die Konzentrationen abschätzen.
5. Die Ergebnisse der Elementverteilungsanalyse
Auf dem mikroskopischen Bild sind als wesentliche Elemente wieder die vorwiegend aus Quarz bestehenden groben Körner (mit einem Durchmesser von etwa 300-400pm) zu sehen, die von einigen deutlichen Rissen durchzogen sind, daneben die Glasphase (Matrix) und ein kugelrundes Objekt, offenbar eine Gasblase. In der Glasphase sind einige stäbchenförmige Kristalle zu sehen (Länge etwa 50-100pm, Breite ca. 5-10pm). Auffallend ist außerdem im rechten oberen Bildteil ein rundes schwarzes Objekt (Durchmesser ca. 40pm).
Die Elementverteilung auf die Objekte gibt das folgende Bild:
Silicium und Sauerstoff sind praktisch an den gleichen Stellen konzentriert bzw. abgereichert, was auch für das in der Probe überwiegende SiO2 zu erwarten ist, wobei - ebenfalls nicht unerwartet - die Körner einen höheren Gehalt an SiO2 zeigen, als die Glasphase. - Das Alkalimetall Natrium und Aluminium zeigen ebenfalls eine sehr ähnliche Verteilung, wobei beide in den groben Körnern schwächer, in der Glasphase dagegen etwas stärker vertreten sind. Kalium zeigt diesen Effekt noch stärker: es ist in den Körnern nur spurenweise, in der Glasphase dagegen stark vertreten. Ähnliches wie für Kalium gilt auch für Eisen (Anreicherung im Glas), jedoch gibt es einige Partikel, in denen das Eisen sehr stark angereichert ist (wahrscheinlich Eisensilikat mit mehr als 60% FeO).
Drei Besonderheiten sind noch erwähnenswert: die "Gasblase", das runde "40pm-Partikel" und die Kristallobjekte.
Auf dem Mikroskop-Bild erscheint die Gasblase völlig gleichmäßig (homogen). Auf den Elementverteilungsbildern ist dieses Objekt jedoch geteilt. Eine Hälfte ist bei allen Elementen weiß (d.h. keines der Elemente vorhanden), die andere Hälfte gibt weitgehend die Umgebung wieder (also im wesentlichen die Glas-Matrix). Mit einer Ausnahme: bei dieser zweiten Hälfte ist Sauerstoff deutlich konzentriert (= dunkel). Eigentlich gibt es für diesen Befund nur eine Erklärung: es müßte sich dabei um eine sehr stark sauerstoffhaltige Verbindung handeln, und da kommt in erster Linie Wasser infrage. Möglicherweise handelt es sich also um in der Blase eingeschlossenes Wasser.
Die zweite Besonderheit ist die bisher noch nicht betrachtete Verteilung des Elements Kohlenstoff. Auf dem Elementverteilungsbild ist der Kohlenstoff praktisch überall gleichmäßig verteilt, was übrigens auch gegen das Vorliegen des Kohlenstoffs als Carbonat spricht, mit zwei Ausnahmen: einmal ist in einigen Schrumpfrissen der Körner offenbar Kohlenstoff konzentriert, zum anderen scheint das runde "40pm-Partikel" aus reinem Kohlenstoff zu bestehen. Man könnte dies mit einiger Vorsicht so interpretieren, daß Kohlenstoff elementar vorliegt; möglicherweise hat das Vorliegen des Kohlenstoffs sogar etwas mit der Erzeugung der hohen (für die Glasbildung notwendigen) Temperatur zu tun.
Bei der dritten Besonderheit, den stäbchenförmigen Kristallen, ist es recht schwer, eine Zuordnung zu den Elementen herzustellen. Es scheint aber einiges darauf hinzudeuten, daß SiO2 angereichert ist, evtl. auch Aluminium. Da derartige Kristalle hauptsächlich in der "hellen Glasphase" zu finden sind, dürfte es sich um den Beginn der "Entglasung", also der Rekristallisation des Glases zu handeln. Die Tatsache, daß nur sehr wenige dieser Nadeln zu finden sind, ist als weiteres Indiz für die extrem rasche Abkühlung des Glases zu werten.
Abb. 15 Mikroskopaufnahme der Randzone (200fache Vergrößerung, B 15 bzw. Base 3)

Randzone
Quarzkörner (grau),
Poren (dunkelgrau),
Matrix (hellgrau),
Mikrokörner-Agregate (weiß)
Abb. 16 EDS-Spektrum des Punktes "Base 3/2" (Quarzkorn)
Analyse (in %)
SiO2: 79,8 Al2O3: 0,3
Fe2O3: 0,8 H2O: 2,8
C (Kohlenstoff): 4,4
Abb. 17 EDS-Spektrum des Punktes "Base 3/4" (Matrix)
Analyse (in %)
SiO2: 62,7 Al2O3: 3,4 Na2O: 0,4
Fe2O3: 8,0 H2O: 3,0 K2O: 5,4
C (Kohlenstoff): 4,6
Weitere Mikroskopie-Bilder und Analysen finden Sie hier!
Elementverteilung nach der Rasterelektronen-Flächenanalyse
Abb. 31 Elementverteilung Silicium (Si)
Sehr stark: in Quarzkörnern
Stark: in der Glasmatrix
Schwach: in eisenhaltigen Körnern, z.T. in der Glasblase
Tab. 3: Glasanalysen (EDS) nach Zonen / Bereichen
| Bild-Nr. | Vergr. | Probe | Co2 | Na2O | Al2O3 | SiO2 | K2O | Fe2O3 | Sum. | Diff. | C(el.) | TiO2 | CaO | MgO | Bemerkung |
| B 22 | 95x | Zone3b | 10,41 | 0,76 | 1,15 | 76,85 | 4,05 | 3,39 | 96,69 | 3,31 | 2,84 | 0,08 | Ges. Analyse | ||
| B 15 | 200x | B 3/1 | 16,41 | 0,31 | 79,14 | 95,86 | 4,14 | 4,48 | |||||||
| Rand | B 3/2 | 16,24 | 0,32 | 79,67 | 0,84 | 97,16 | 2,84 | 4,43 | |||||||
| Zone | B 3/3 | 15,01 | 0,47 | 2,44 | 63,06 | 5,13 | 8,40 | 94,51 | 5,49 | 4,10 | |||||
| 1 | B 3/4 | 17,02 | 0,43 | 3,38 | 62,73 | 5,43 | 8,04 | 97,03 | 2,97 | 4,64 | |||||
| B 3/5 | 15,85 | 1,52 | 23,03 | 1,33 | 58,26 | 99,99 | 0,01 | 4,33 | |||||||
| B 3/6 | 9,41 | 19,10 | 0,38 | 63,98 | 92,87 | 7,13 | 2,57 | ||||||||
| B 20 | 200x | B 5/1 | 15,10 | 80,28 | 0,35 | 95,73 | 4,27 | 4,12 | |||||||
| Überg | B 5/2 | 12,07 | 0,51 | 82,15 | 0,42 | 1,69 | 96,84 | 3,16 | 3,29 | ||||||
| 10 | Zone | B 5/3 | 9,38 | 0,81 | 1,46 | 6457 | 7,44 | 9,06 | 93,30 | 6,70 | 2,56 | 0,58 | |||
| 2 | B 5/4 | 13,39 | 0,70 | 1,81 | 66,90 | 6,78 | 9,75 | 100 | 0 | 3,65 | 0,67 | ||||
| B 5/5 | 8,87 | 0,80 | 18,94 | 0,95 | 70,44 | 100 | 0 | 2,42 | |||||||
| B 5/6 | 8,71 | 0,48 | 20,19 | 1,37 | 61,08 | 100 | 0 | 2,38 | 8,16 Br (?) | ||||||
| B 5/7 | 11,53 | 1,04 | 1,95 | 71,39 | 7,43 | 6,26 | 100 | 0 | 3,15 | 0,39 | |||||
| 15 | B 5/8 | 13,20 | 0,69 | 1,31 | 62,84 | 7,50 | 6,58 | 93,17 | 6,83 | 3,60 | 1,05 | ||||
| B 5/9 | 13,33 | 0,37 | 20,14 | 53,74 | 4,08 | 4,88 | 96,54 | 3,45 | 3,64 | Fläche | |||||
| B 19 | 200x | B 6/1 | 3,95 | 0,39 | 0,35 | 87,41 | 1,57 | 93,67 | 6,33 | 1,08 | |||||
| Glas, | B 6/2 | 3,70 | 0,31 | 0,47 | 89,89 | 1,28 | 95,65 | 4,35 | 1,01 | ||||||
| 10 | Zone | B 6/3 | 5,55 | 2,30 | 2,13 | 74,47 | 9,98 | 3,04 | 97,47 | 2,53 | 1,51 | ||||
| 3 | B 6/4 | 6,25 | 2,22 | 1,54 | 72,38 | 9,70 | 3,49 | 97,06 | 2,94 | 1,71 | 1,48 | ||||
| B 6/5 | 8,65 | 0,69 | 0,70 | 24,62 | 2,83 | 37,49 | 62,51 | 2,36 | Artefakt ? | ||||||
| B 18 | 2700 | B 7/1 | 28,74 | 63,56 | 0,35 | 2,04 | 94,69 | 5,31 | 7,84 | ||||||
| Rand, | B7/2 | 28,67 | 0,59 | 63,34 | 1,19 | 3,00 | 96,79 | 3,21 | 7,82 | ||||||
| Zone | B 7/3 | 26,67 | 0,46 | 2,65 | 51,27 | 5,07 | 8,35 | 94,47 | 5,53 | 7,28 | |||||
| 25 | 1d | B 7/4 | 28,04 | 1,87 | 53,45 | 5,09 | 8,98 | 97,43 | 2,57 | 7,65 | |||||
| B 7/5 | 30,60 | 0,23 | 63,54 | 0,19 | 1,00 | 95,56 | 4,44 | 8,35 | |||||||
| B 7/6 | 29,74 | 0,36 | 66,64 | 96,74 | 3,26 | 8,12 | |||||||||
| B 7/7 | 21,96 | 0,53 | 12,12 | 0,56 | 64,26 | 99,43 | 0,57 | 5,99 | |||||||
| B 7/8 | 19,49 | 13,31 | 0,32 | 61,17 | 94,29 | 5,71 | 5,32 | ||||||||
| B 21 | 3000 | B 8/1 | 3,09 | 0,50 | 89,92 | 2,09 | 95,60 | 4,40 | 0,84 | ||||||
| Glas, | B 8/2 | 4,80 | 0,45 | 0,46 | 85,25 | 1,62 | 92,58 | 7,42 | 1,31 | ||||||
| Zone | B 8/3 | 5,58 | 2,58 | 1,64 | 75,93 | 10,83 | 3,43 | 100 | 0 | 1,52 | |||||
| 3b | B 8/4 | 5,62 | 2,84 | 1,45 | 76,31 | 10,46 | 3,14 | 100 | 0 | 1,53 | 0,19 | ||||
| B 8/5 | 5,02 | 0,92 | 0,97 | 88,84 | 3,06 | 1,18 | 100 | 0 | 1,37 |
| Fensterglas | 15,0 | 73,0 | 100 | 0 | 10,0 | 2,0 | technische Produkte | ||||||
| Glasanalyse (n. U. Vits) | 14,0 | 4,4 | 66,2 | 4,2 | 1,9 | 99,3 | 0,7 | 0,3 | 6,5 | 1,8 | Glasanalyse | ||
| Feldspat (KA[Si3O8]) | 18,3 | 64,8 | 16,9 | 100 | 0 | Bas. Mineral | |||||||
| Chlorit (KFe3[AlSi3O10] (OH)2) | 9,6 | 34,1 | 8,9 | 40,8 | 93,6 | 6,4 | Fe-Glimmer | ||||||
| Kaolinit (Al2[Si2O5](OH)4) | 39,5 | 46,6 | 86,1 | 13,9 | Ton-Mineral | ||||||||
| Quarzit (Mineral) SiO2 | 1,0 | 3,0 | 87,5 | 2,0 | 1,0 | 98,0 | 2,0 | 0,5 | 1,5 | 1,0 | Bas. Mineral | ||
| Fayalit (Mineral) Fe2SiO4 | 29,5 | 70,5 | 100 | 0 | Fe-Silikat | ||||||||
| CO2 | Na2O | Al2O3 | SiO2 | K2O | Fe2O3 | Sum | Diff. | C(el.) | TiO2 | CaO | MgO |
V. Zusammenfassung der Ergebnisse
1. Die mikroskopische Untersuchung
Die mikroskopische Untersuchung zeigt deutlich, daß der Gesteinsanteil der Probe aus einem Agglomerat von groben Körnern besteht, wobei die Körner offenbar durch eine Matrix aus silikatischem Material verkittet wurden. Daneben ist der Gesteinsanteil der Probe von zahlreichen Poren und Rissen durchzogen. Außerdem sind an vielen Stellen kleinere Aggregate vorhanden, bestehend aus vielen kleinen Körnern sehr dichten Materials. - Ausgehend von dem Gesteinsanteil der Probe ist mit gleitendem Übergang das Auftreten einer Glasphase zu erkennen, die ebenfalls übergangslos in eine fast homogene klare Glasphase übergeht; in diese Glasphase sind lediglich einige größere Körner eingebettet. Alle Phasen der Probe (Körner, Matrix, Glasphase) sind von zahlreichen Schrumpfungsrissen durchzogen.
2. Die chemische Untersuchung
Die chemische Untersuchung ergab eindeutig, daß der Gesteinsanteil der Probe aus einem weit überwiegend Si02-haltigen Material besteht; nach dem Aussehen der Probe ist wahrscheinlich, daß es sich dabei um Sandstein handelt. Weiterhin ergab die Untersuchung, daß alle drei Phasen (Gesteinsphase, Übergangsphase, helle Glasphase) chemisch aus exakt dem gleichen Material bestehen, die Unterschiede in der Zusammensetzung sind ohne weiteres durch den Prozeß der Umwandlung dieser drei Phasen zu erklären. Als Ursache für die stattgefundene Umwandlung kommt praktisch nur große Hitze (> 2000°C) in Frage, die zu einem Aufschmelzen des Gesteins unter Glasbildung geführt hat. Das weitgehende Fehlen von Kristallen in der Glasphase spricht für eine extrem schnelle Abkühlung des Materials, da Gesteine dieser Zusammensetzung nach dem Aufschmelzen unter geologischen Bedingungen (z.B. im Magma) sich nach Abkühlung praktisch immer zu kristallinem Material umwandeln (z.B. Granit, Quarzit).
3. Diskussion der Ergebnisse
Mikroskopische und chemische Untersuchung zeigen eindeutig, daß es sich bei dem gefundenen Material um ein natürliches Gestein handelt, welches durch extrem hohe Temperatur lokal in Glas umgewandelt wurde. Bei Berücksichtigung der chemischen Zusammensetzung des Materials muß die angewandte Temperatur höher als 2000°C gewesen sein, damit ein so weitgehender Verglasungsprozeß eintritt. Das weitgehende Fehlen von Kristallen in der Glasphase ist ein Indiz dafür, daß nach der Glasbildung eine extrem schnelle Abkühlung erfolgt sein muß, d.h. eine Abkühlungsrate von mehr als 100°/sec, zumindest bis zu einer Temperatur von ca. 500°C. - Aufgrund der chemischen Zusammensetzung kann ein modernes (neuzeitliches) Glas mit absoluter Sicherheit ausgeschlossen werden, da Calcium fehlt und Natrium nur in geringer Menge nachgewiesen wurde. Außerdem muß man immer im Auge behalten, daß glasartiges Material dieser Zusammensetzung bei langsamer Abkühlung (ca. 10°/sec oder weniger) in jedem Fall wieder zu einem gesteinsähnlichen Produkt erstarrt.
Über die Ursache/Quelle der extrem hohen Temperatur kann nur spekuliert werden. Mit Sicherheit kann man jedoch sagen, daß "natürliche" Prozesse, wie Brände oder Vulkanismus, dafür nicht Irrfrage kommen, da die dabei übliche Temperatur (1000°-1200°C) bei weitem nicht ausreicht, um entsprechende Effekte (Glasbildung) zu erzeugen. - Betrachtet man die Möglichkeiten des Menschen, hohe Temperaturen zu erzeugen, so stellt man fest, daß der Naturmensch mit "normalem" Holzfeuer höchstens ca. 1100°C erreichen kann; nur mit besonderen Vorrichtungen (Ofen, Blasebalg, evtl. Holzkohle) sind max. 1300°C erreichbar, die aber zur Herstellung von Eisen oder Glas notwendig sind (vgl. Tabelle).
Noch höhere Temperaturen sind nur mit fortgeschrittenen Techniken möglich (Öl-, Gas- oder Kohlefeuerung mit Gebläse), die dann in speziellen Öfen bis zu ca. 1500-1600°C betragen können. Für noch höhere Temperaturen werden elektrische Widerstands- oder Lichtbogenöfen verwendet, die ca. 2000°C erreichen. Die gleiche Temperatur, evtl. auch höher, kann man mit Gebläseflammen erreichen, den Laien als "Schweißbrenner" bekannt und in der Technik vielfach verwendet. Noch höhere Temperaturen werden mit sogenannten 'Plasmabrennern" erreicht, bei denen Gase durch elektrische Anregung in einen extrem heißen Zustand übergeführt werden.
Fazit der Untersuchung: Die Untersuchungen erbrachten zwar ein eindeutiges Ergebnis, allerdings mit der Problematik, daß eine absolut befriedigende Erklärung für die Befunde mit unseren heutigen Kenntnissen offenbar sehr schwierig ist. Vor allem scheint es unmöglich zu sein, den scheinbaren Widerspruch zwischen dem angenommenen Alter der Fundstelle (auf alle Fälle prähistorisch) und dem Ergebnis der Untersuchung (angewandte extrem hohe Temperatur) aufzulösen.

Abb. 38 Verglastes Probestück aus dem "Kuppelgrab"
Beide Fotos: U. Vits
Abb. 39 Nahaufnahme einer Glasprobe aus dem "Kuppelgrab"
4. Nachbemerkung
Nach Abschluß unserer Untersuchungen erhielten wir vom Autor des Artikels "Das Salz von Rennes-le-Chäteau" die Analyse einer Glasprobe, die ebenfalls aus dem bewußten "Ganggrab" stammt und bereits 2005 vorgenommen wurde. Diese Glasanalyse unterscheidet sich in ihren Werten deutlich von unseren Analysen; allerdings kann man diese Unterschiede durch verschiedene Annahmen erklären, wie wir weiter unten ausführen werden.
In der nachfolgenden Tabelle sind die verschiedenen Analysenwerte, die in diesem Zusammenhang von Interesse sind, noch einmal zusammengestellt.
Tab. 8: Vergleich verschiedener Glas-Analysenwerte
| Oxid | Fenster-glas | Analyse U.Vits | Glasana-lyse (B 22) | Glasana-lyse (B 8/3) | Gestein-Analyse (B3/49 |
| SiO2 | 73,0 | 66,2 | 76,9 | 76,0 | 62,7 |
| Na2O | 15,0 | 14,0 | 0,8 | 2,6 | 0,4 |
| K2O | - | 4,2 | 4,1 | 10,8 | 5,4 |
| Al2O3 | - | 4,4 | 1,2 | 1,6 | 3,4 |
| Fe2O3 | - | 1,9 | 3,4 | 3,4 | 8,0 |
| CaO | 10,0 | 6,5 | - | - | - |
| MgO | 2,0 | 1,8 | - | - | - |
Beim Vergleich der verschiedenen Analysen fällt sofort auf, daß in der von U.Vits untersuchten Glasprobe neben viel Na20 auch recht viel CaO und MgO gefunden wurde, Oxide, die für das gewöhnliche Fensterglas geradezu typisch sind, in unseren Proben aber praktisch nicht enthalten waren. Andererseits war in der "Vits-Glasprobe" auch recht viel Kalium und Aluminium enthalten, die beide im gewöhnlichen Fensterglas nicht vorkommen, aber als geradezu typisch für unsere Proben ermittelt wurden.
Versucht man, diesen Befund zu deuten, so gibt es eigentlich nur eine einleuchtende Erklärung: die "Vits-Glasprobe" besteht - nach den Analysenwerten beurteilt - aus einem Gemisch von gewöhnlichem "Fensterglas" und aufgeschmolzenem Felsgestein. Interessant erscheint mir in diesem Zusammenhang eine Textstelle aus dem Artikel "Das Salz von Rennes-le-Chäteau", in dem U.Vits das folgende schreibt (S.50): "An der Sals findet sich in den recht weiten Fugen zwischen den Steinen ganz genauso Glas, das dort hineingeschmolzen ist und die Steine wie Mörtel verbindet ... "
Eine mögliche Erklärung für diesen Befund wäre, daß die Erbauer des "Ganggrabes" eine Auf- schlämmung von feingepulvertem "Normalglas" auf die Feldsteine (und in die Fugen) aufgebracht haben und dann erst in einem (uns heute unbekannten) Erhitzungsprozeß die gesamte Oberfläche samt den Zwischenräumen zum Aufschmelzen gebracht haben. Warum sie das gemacht haben, und auf welche Weise, muß uns vorerst ein Geheimnis bleiben.
Fassen wir also zusammen.
Das Geheimnis des "Ganggrabes an der Sals" konnte trotz der Untersuchungen nur teilweise gelüftet werden. Es bleiben die folgenden Fragen:
Wer hat das Bauwerk errichtet und wann?
Wie wurde die Verglasung erzeugt, und zu welchem Zweck?
Einen Anhang (Quellennachweis und Bildlegende) finden Sie hier.